ml-universe

6. November 2026

Schreibtipps to go von Amandara Schulzke und Charlotte Charonne

Schreibtipps to go von Amandare Schulzke und Charlotte Charonne
CharlesVelrag, 28 Februar 2026
ISBN: 978-3910408272
Seiten: 200
Preis: 16,90 €

Wenn sich Lektorinnen treffen, dauert es nie lange, bis sie sich über die neusten Marotten ihrer Autoren austauschen und sich fragen, ob viele Fehler vielleicht aus Unwissenheit gemacht werden. Ich gebe zu, dass auch ich schon oft überlegt habe, ein paar Ratschläge auf meiner Internetpräsenz zu hinterlassen. Nachdem es unendlich viele Schreibratgeber gibt und angehende Autoren auch in diversen Schreibforen Rat und Unterstützung finden können und dies ganz offensichtlich oft nicht tun, kam ich zu dem Schluss, dass es vergebene Liebesmüh wäre. Ganz anderes sahen Amandara Schulzke und Charlotte Charonne das Thema und fassten ihre Ratschläge in einem handlich kleinen Buch zusammen, welches ich mit Freude gelesen habe.
Die beiden stehen nämlich nicht mit erhobenen Zeigefinger vorm Schreibanfänger und erklären die Welt mit unverständlichen Worten, sondern würzen ihre Ratschläge immer wieder mit Beispielen aus der Praxis, die sehr gut veranschaulichen, worum es ihnen geht.
Wenn es nach mir ginge, sollte dieser Ratgeber von allen Autoren gelesen werden und diese sollten die Ratschläge berücksichtigen, denn das würde auch mein Lektorinnenleben wirklich angenehmer gestalten.

Noch besser ist es allerdings, wenn man die Möglichkeit hat, die beiden in einer Lesung zu erleben, denn dort kommt ihr Humor noch viel mehr zur Geltung als im Buch. Da bringen sie noch mehr Beispiele und beziehen das Publikum immer mal wieder mit ein. Da merkt man auf angenehme Art, wie spontan sie sind und jeden Einwurf dankbar aufnehmen.

Einzig das ewig lange Inhaltsverzeichnis hat mich ein wenig gestört.

Ich drücke den Autorinnen – und mir auch – die Daumen, dass dieses Buch reißenden Absatz finden möge. Ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen.

9. Oktober 2026

Alle Drohnen kommen in den Himmel – Achim Stößer

Alle Drohnen kommen in den Himmel – Blasphemische Science-Fiction-Geschichten von Achim Stößer

Andro SF 243

p.machinery, Winnert, August 2026

ISBN: 978-3957655219

Seiten: 276

Preis: 19,90 €

Achim Stößer hat hier eine Kurzgeschichtensammlung erstellt, die sehr unterhaltsam ist, auch wenn ich mir denken könnte, dass der eine oder andere sich von dem Wort »Blasphemisch« abgestoßen fühlen könnte, aber ich persönlich finde, wenn alle Religionen ihr Fett weg bekommen, müsste das in Ordnung sein. ;-)

Es hat mich beeindruckt, dass der Autor sich offensichtlich mit sehr, sehr vielen Religionen auseinandergesetzt hat, um an allen etwas zu finden, was einem normal denkenden Menschen zum Grübeln zwingen muss. Ich weiß nicht, ob er die Stellen, die den Menschen Hoffnung machen sollen überliest oder ob die tatsächlich einfach rarer gesät sind. Er zeigt auf, wo Religionen barbarisch sind, wo sie ein dummes Hinterherlaufen einfordern, wo sie sinnlose Opfer abverlangen, aber er betrachtet auch die Menschen, die sich »leiten« lassen und Gesetzen folgen, die längst überholt sind. Wie können Gesetze aus religiösen Schriften jemals überholt sein? Wird sich bestimmt jemand fragen, aber in dieser Sache muss ich dem Autor beipflichten, denn heutzutage steht das Gesetz über den kirchlichen »Gesetzen«. Und das völlig zu Recht. Gut, man könnte sagen, dass wir uns inzwischen nur noch ans Neue Testament gebunden fühlen, weil im Alten Testament zu viele grausame Dinge gefordert und beschrieben werden, aber ist das nicht ein wenig so, als würde man sich aus dem Gesetzbuch nur die Passagen heraussuchen und für sich gelten lassen, die einem genehm sind?

Ich musste an einigen Stellen laut lachen, weil mir die trockene Art von Humor sehr liegt, aber es gibt weit mehr Stellen, die einen zum Nachdenken und Philosophieren anregen. Und das gelingt heute kaum noch einer Kurzgeschichtensammlung.

Wer sich also nicht gleich angegriffen fühlt, wenn der Autor mit seiner Religion ins Gericht zieht, der sollte sich diesen Lesegenuss gönnen.

Ich bin immer noch beeindruckt davon, dass der »Ungläubige« so belesen in so vielen Religionen ist. Es scheint fast so, als hätte der Autor verzweifelt nach einer Religion gesucht, die es wirklich nur zum Wohle der Gläubigen gibt und als sei er nicht fündig geworden. Mir kam es hin und wieder auch so vor, als wäre er darüber nicht besonders erfreut. Er bezeichnet Glaubensbücher als Märchenbücher, den Glauben an Religion als Wahnsinn und das macht auf mich den Eindruck, als spräche hier jemand, der jeden Respekt vor allen Religionen verloren hat. Und wenn man seine Beispiele liest, kann man schwer umhin, ihm Recht zu geben, denn er legt den Finger immer auf die Wunde und nimmt oft einen ganz anderen Blickwinkel ein als den, den man seit kleinauf gewohnt ist.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen.

Tod eines Wechselbalgs – Illustration von Gabriele Behrend

Diane kommt mit Grimm in Denzlingen an und dieser Ort, damals noch Langendenzlingen, ruft sehr traumatische Erinnerungen in Grimm wach. Gabriele Behrend hat das sehr gut eingefangen, finde ich.

8. Oktober 2026

Warum hat Diane auf einmal schwarze Haare?

Hier das Bild von Frank G. Gerigk zu Dianes Story Meister Shini. Der eine oder andere fragt sich bestimmt, ob das auf dem Bild wirklich Diane sein soll, weil wir sie bislang als blond kennengelernt haben. Diane kann nicht nur durch Raum und Zeit wandern, sie kann auch ihre Gestalt verändern. (Wobei man zugeben muss, dass dies kein bewusster Akt ist.) In dieser Story landet sie auf Terra 3 und dort im Haus eines Mannes, der sich als Inkubus entpuppt. Und genau das ist es, was den Zwerg so sauer macht, denn Diane hat Gefallen an dem Mann gefunden, der im Bett so genau weiß, was sie möchte. ;-)

7. Oktober 2026

Traditionen – Illustration von Frank G. Gerigk

Auch bei diesem Bild könnten gewisse Leute auf die Idee kommen, es handle sich um ein sexistisches Bild, dabei stellt es lediglich eine Szene aus der Geschichte „Traditionen“ dar, in der Diane, sich der Beobachtung ihres neuen Arbeitgebers bewusst, gezielt Begehrlichkeiten entfacht. Frank G. Gerigk hat das sehr schön eingefangen.

Diane hat mit einem Paten noch eine Rechnung offen und schleicht sich in dessen Unternehmen ein. Mehr verrate ich hier nicht. ;-)

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