Autokraten dieser Welt, versteckt euch gut, denn hier geht es euch ans Leder. 15 Autoren haben sich überlegt, wie sie euch bändigen können. Herausgekommen sind Geschichten, die nachdenklich stimmen, aber auch welche, die zum Schmunzeln anregen.
Die Geschichten:
Maximilian Wust – „Die Gedanken sind nicht“ Heidrun Jänchen – „In der Bedrohungszone“ Tessa Maelle – „Extraktor 4451“ Andreas Flögel – „Geweihter Boden“ Marianne Labisch – „Der Wichtel, dein Freund und Helfer“ Michael Schmidt – „Ein ehrenwertes Haus“ Thorsten Küper – „Feinjustierung“ Uli Bendick – „Ein gefährlicher Job“ Achim Stößer – „Drohnen aller Länder“ Thomas Heidemann – „GOD“ Karin Reddemann – „Goldjungs“ Veith Kanoder-Brunnel – „Luzifers Katzen“ Alexa Rudolph – „Keine Panik“ Ansgar Sadeghi – „Auszug aus dem Paradies“ Enzo Asui – „Das Experiment“
Das Buch wird es als limitiertes Hardcover geben, allerdings maximal 66 Stück. Es wird 23 Euro das Stück kosten und jeder Besteller bekommt ein Din A3 Plakat gratis dazu.
Das geniale Cover stammt übrigens von Maximilian Wust
Das Softcover wird 15,90 Euro je Stück kosten.
Noch ein Satz zu meiner Motivation, dieses Buch herauszugeben. Ich habe mich in letzter Zeit so oft über diese unsäglichen Autokraten aufgeregt und wolle einfach nicht hinnehmen, dass man gar nichts gegen sie unternehmen kann. Ich muss sagen, dass ich beim Schreiben meiner Story viel Spaß hatte, als ich mir das Geschehen bildhaft vorgestellt habe. ;-)
Nach Bittermandeln in Byzanz und Anisbrot in Antiochia folgen wir der Deliktessköchin Alkmene auch im dritten und letzten Teil Venusmuscheln in Venedig. Allerdings spielt der Großteil der Handlung nicht in Venedig sondern in Jerusalem, Tyros und Akkon. Wir erleben wie es in einem belagerten Camp zugeht, wie sich Krankheiten ausbreiten und Menschen einfach aufgrund mangelnder Hygiene und wenig Essen sterben. Wir sehen auf der anderen Seite Reichtum und Verschwendung an wohlhabenden Höfen. Wir treffen Alkmenes Freundin aus dem ersten Band wieder und erfahren, wie übel ihr das Leben mitgespielt hat und wie sie sich damit arrangiert hat. Wir erleben den Ritter Diethelm ganz neu als liebevollen Vater, der keine Angst davor hat, sich zum Gespött seiner Kameraden zu machen, indem er seine Sophia trägt und wickelt. Viel zu groß ist seine Liebe zu dem kleinen Geschöpf. Wir erleben, wie Pio, der erwachsen geworden ist, sich in Alkmene verliebt und wie sie darauf reagiert. Wir erleben, wie ein Ritter, der im Kampf so schwer verletzt wurde, dass er nie wieder wird laufen können, durch den Kontakt zu Diethelm und seiner Tochter neuen Lebensmut gewinnt.
Wieder besticht die Autorin dadurch, dass sie uns das Elend genauso lebendig präsentiert wie den Überfluss. Einmal mehr zittern wir mit den Protagonisten und hoffen, dass sich alles glücklich fügen wird, auch wenn Alkmene uns den Zahn, dass sie und Diethelm ein Paar werden könnten, schnell zieht. Sie sieht zwar, was für ein liebevoller Vater er ist, sie sucht auch weiter seine Nähe, aber eine gemeinsame Zukunft in seiner Heimat kann es nicht geben, selbst dann nicht, wenn Diethlem alle Konventionen über Bord würfe und unstandesgemäß heiraten würde, denn als Frau eines Ritters wäre es ihr nicht gestattet, den ganzen Tag in der Küche zu arbeiten, aber nichts tut diese Frau lieber als das. Sie weiß, dass ihre Kochkünste sich positiv auf die bekochten Menschen auswirken, denn kaum, dass sie eine Person angesehen hat, weiß sie, was ihr fehlt und noch besser, kann sie in den allermeisten Fällen auch für Abhilfe sorgen. Sie kennt sich mit Kräutern aus und weiß diese gekonnt einzusetzen.
Alle drei Bücher sind toll lektoriert und korrigiert. Das ist heutzutage leider längst nicht mehr selbstverständlich. Alle Cover sind schön gestaltet und gefallen durch matt-glanz Effekte.
Wären alle historischen Romane so unterhaltend und spannend, würde ich mehr davon lesen. Wie ich in den Rezensionen zu den beiden vorangegangenen Bänden schon sagte, überzeugt Dorothe Zürcher durch eine gekonnte Personenzeichnung, die es dem Leser leicht macht, sich mit ihnen zu identifizieren. Man erfährt, wie das Leben früher ausgesehen hat und was die Menschen für Sorgen und Nöte hatten. Die Rezepte bilden auch dieses Mal wieder ein feines I-Tüpfelchen und regen zum Ausprobieren an. Überhaupt ist es sehr gekonnt, wie die Autorin es immer wieder schafft, die Rezepte in die Handlung einzubetten. Da werden Kräuter gesucht und gefunden, die andere Leute für Unkraut halten. Da wird ein Vorrat angelegt, den man sich in seiner eigenen Küche wünschen würde, da werden Zutaten vermischt, die man nicht unbedingt gemeinsam verarbeitet hätte. Und das alles wird so geschickt beschrieben, dass man den Geschmack auf der Zunge zu spüren scheint.
Es tut mir wirklich leid, dass ich Alkmene nicht weiter folgen darf, aber auf eine Art wird das wohl auch gut sein, denn wenn sie auf Reisen ginge, würde das wohl auch wieder gefährlich werden und so sind mir Alkmene und Sophia in einer guten Küche mit netten Herrschaften doch lieber. Ich habe diese Trilogie sehr gerne gelesen und werde sie unter Garantie in ein paar Jahren noch einmal lesen und freue mich schon darauf, mit Alkmene zu reisen.
Im zweiten Teil der Trilogie um die Köchin Alkmene befinden wir uns im Jahr 1190. König Barbarossa ist ertrunken und deshalb fühlen sich viele Kreuzritter nicht mehr an ihren Schwur gebunden, ihm in den Kreuzzug zu folgen. Das Heer zerfällt. Ritter Diethelm erkrankt so schwer, dass er meint, es gäbe keine Heilung mehr. Da er für seinen Knappen Pio verantwortlich ist und nicht für ihn sorgen kann, schickt er ihn zu Alkmene und ihrem Mann Pares, dem Eunuchen. Dort weiß er ihn gut aufgehoben. Alkmene selbst muss nach einer Intrige gegen sie aus Adrianopel fliehen, dennoch schafft Pio es, sie zu finden. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um Diethelm zu helfen. Auf dem Schiff wird sie zuerst gemieden, weil Frauen angeblich Unglück bringen, aber die nicht vorhandenen Kochkünste des Smutjes, lassen die Vorurteile schnell vergessen. Alkmene kocht sich in die Herzen und Mägen aller Reisender. Bei Diethelm angekommen, scheint es für den nur noch wenig Hoffnung zu geben, aber Pares hat eine Idee, auf die sie sich einlassen, obwohl selbst der geschwächte Diethelm nicht davon begeistert ist. Alkmene ist von den Zuständen im Lager schockiert, denn mit wenig Essen und noch weniger Hygiene ist es kein Wunder, dass Krankheiten um sich greifen. Die Männer gehen das Problem erst nicht an, weil sie sich verflucht glauben, aber Alkmene kann sie dazu bewegen, sich auf ein Mindestmaß an Hygiene zu einigen. Ränkespiele sorgen dafür, dass das Heer nicht weiter vorrücken kann. Angeblich soll Verstärkung kommen, aber als die auf sich warten lässt, glaubt niemand mehr so recht daran. Nach seiner Genesung schafft Diethelm es, die Haare seines Bruders in Jerusalem zu begraben, was er ihm auf dem Totenbett versprochen hatte. Alkmene bringt Diethelms Tochter zur Welt und weiß, dass ihr Wanderleben nun ein Ende haben muss. Denn sie weiß, dass sie nicht an Diethelms Seite leben wird. Zu groß sind die Standesunterschiede. Niemals würde der Ritter eine einfache Köchin heiraten und als Mätresse will sie nicht an seiner Seite sein. (Darüber hinaus sind ihr dies Menschen aus diesem fernen Frankenland nicht sehr geheuer, nachdem sie erlebt hat, was die für Speisen zu sich nehmen.)
Ich will nicht die ganze Geschichte wiedererzählen, die ist im Original weit spannender und unterhaltsamer. Die Autorin schafft es auf jeden Fall ein weiteres Mal, den Leser mitzunehmen, zeigt ihm die Kriegswirren, wie nah Freund und Feind beieinander liegen, wie schnell und unwürdig gestorben wird, aber sie zeigt uns auch, dass es selbst unter den widrigsten Umständen Liebe, Verantwortungsgefühl und Mitleid geben kann. Sie zeichnet ihre Figuren so, dass man sie vor Augen hat, sie macht einem Sitten und Gebräuche verständlich und sie erzeugt Mitgefühl. Sie lässt uns an dem Schicksal ihrer Protagonisten teilhaben. Was mir wieder auch sehr gut gefallen hat, waren die Rezepte, die wie das I-Tüpfelchen daherkommen, auch wenn ich längst nicht alles kosten würde, denn damals wurden noch alle Teile vom Geschlachteten verwendet. (Wobei ich mir sicher bin, dass viele Teile, die sich im ersten Moment nicht besonders schmackhaft anhören, von Alkmene zubereitet, bestimmt eine Delikatesse wären.)
Bei Zürcher fällt es leicht, sich in das altertümliche Leben hineinzudenken. So leicht, dass man manches Mal denkt, man könnte riechen, wie es dort duftet oder stinkt.
Alkmene und all die anderen wachsen einem so sehr ans Herz, dass man schnell den dritten Teil lesen möchte. Obwohl ich hin und wieder ganz gerne historische Romane lese, sind die aus dieser Reihe etwas Besonderes. Sie weichen ganz erheblich von den gängigen Klischees ab, denn Alkmene bezaubert nicht nur durch ihr Äußeres oder ihren Verstand, sondern durch ihre Kochkünste, ihr großes Herz und ihre Bauernschläue. Sie ist eine Figur, mit der man sich viel schneller identifizieren kann als mit dem edlen Burgfräulein, dem übel mitgespielt wird.
Ich freue mich schon auf den letzten Band, obwohl ich jetzt schon weiß, dass es mir schwerfallen wird, mich von Alkmene zu verabschieden.
Werner Zillig – Gespräche mit Jörg Weigand Yume Verlag, Bad Krozingen, Juni 2026 ISBN: 978-3-911300-18-6 Seiten 218 Preis: 12,00 €
Gespräche mit Jörg Weigand ist ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Jörg Weigand erzählt so, dass man ihm den ganzen Tag lang lauschen könnte. Insofern hätte sich Werner Zillig keinen besseren Gesprächspartner suchen können. Wir erfahren in diesem Buch mehr über Jörg Weigand, über seine schwierige Kindheit, über seine Zeit beim Militär und beim ZDF. Über sein Wirken als Musiker, Komponist, Kritiker, Herausgeber und Autor. Darüber, dass es ihm immer ein Anliegen war, neue Autoren zu entdecken und zu fördern. Aber auch Privates, wie seine gescheiterte erste Ehe und sein Glück mit Karla, seiner zweiten Frau, kommt nicht zu kurz. Zillig gelingt es, den Leser mit in Jörg Weigands Gedankenwelt zu nehmen und ihm diesen Charakter nahe zu bringen. Dabei nimmt sich Werner Zillig nie zu wichtig, sondern behält immer den Gesprächspartner im Mittelpunkt. Das gefällt mir richtig gut, denn selbstverständlich ist das nicht mehr.
Ein Buch reicht nicht aus, um all das, was Jörg Weigand in seinem Leben erlebt hat, wiederzugeben, aber wir können an der Oberfläche kratzen und uns einen groben Überblick verschaffen. Ich wünschte mir, es würden weitere Gespräche zwischen diesen beiden Herren folgen, in denen das, was hier angerissen wurde, näher betrachtet wird. Jörg Weigand hat so viele interessante Geschichten zu erzählen, dass zumindest mir dabei nicht langweilig würde. Er könnte so vieles über seinen Erfahrungen mit Verlagen, anderen Herausgebern und Autoren berichten und über seine persönlichen Begegnungen mit Politikern, über Neider, Freunde, Feinde und Weggefährten.
Berührt hat mich, dass Jörg Weigand immer noch unter seiner schwierigen Kindheit leidet. Ich weiß, dass die Narben, die dort geschlagen werden, für ein Leben bleiben, aber sie sollten nach so langer Zeit nicht mehr so weh tun. Ich wünsche ihm, dass die Schmerzen irgendwann nachlassen werden.
Das Cover zeigt Jörg Weigand und mir gefällt, wie das Bild nach außen hin »verwäscht«.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung zu diesem Buch.