Alle Drohnen kommen in den Himmel – Blasphemische Science-Fiction-Geschichten von Achim Stößer
Andro SF 243
p.machinery, Winnert, August 2026
ISBN: 978-3957655219
Seiten: 276
Preis: 19,90 €
Achim Stößer hat hier eine Kurzgeschichtensammlung erstellt, die sehr unterhaltsam ist, auch wenn ich mir denken könnte, dass der eine oder andere sich von dem Wort »Blasphemisch« abgestoßen fühlen könnte, aber ich persönlich finde, wenn alle Religionen ihr Fett weg bekommen, müsste das in Ordnung sein. ;-)
Es hat mich beeindruckt, dass der Autor sich offensichtlich mit sehr, sehr vielen Religionen auseinandergesetzt hat, um an allen etwas zu finden, was einem normal denkenden Menschen zum Grübeln zwingen muss. Ich weiß nicht, ob er die Stellen, die den Menschen Hoffnung machen sollen überliest oder ob die tatsächlich einfach rarer gesät sind. Er zeigt auf, wo Religionen barbarisch sind, wo sie ein dummes Hinterherlaufen einfordern, wo sie sinnlose Opfer abverlangen, aber er betrachtet auch die Menschen, die sich »leiten« lassen und Gesetzen folgen, die längst überholt sind. Wie können Gesetze aus religiösen Schriften jemals überholt sein? Wird sich bestimmt jemand fragen, aber in dieser Sache muss ich dem Autor beipflichten, denn heutzutage steht das Gesetz über den kirchlichen »Gesetzen«. Und das völlig zu Recht. Gut, man könnte sagen, dass wir uns inzwischen nur noch ans Neue Testament gebunden fühlen, weil im Alten Testament zu viele grausame Dinge gefordert und beschrieben werden, aber ist das nicht ein wenig so, als würde man sich aus dem Gesetzbuch nur die Passagen heraussuchen und für sich gelten lassen, die einem genehm sind?
Ich musste an einigen Stellen laut lachen, weil mir die trockene Art von Humor sehr liegt, aber es gibt weit mehr Stellen, die einen zum Nachdenken und Philosophieren anregen. Und das gelingt heute kaum noch einer Kurzgeschichtensammlung.
Wer sich also nicht gleich angegriffen fühlt, wenn der Autor mit seiner Religion ins Gericht zieht, der sollte sich diesen Lesegenuss gönnen.
Ich bin immer noch beeindruckt davon, dass der »Ungläubige« so belesen in so vielen Religionen ist. Es scheint fast so, als hätte der Autor verzweifelt nach einer Religion gesucht, die es wirklich nur zum Wohle der Gläubigen gibt und als sei er nicht fündig geworden. Mir kam es hin und wieder auch so vor, als wäre er darüber nicht besonders erfreut. Er bezeichnet Glaubensbücher als Märchenbücher, den Glauben an Religion als Wahnsinn und das macht auf mich den Eindruck, als spräche hier jemand, der jeden Respekt vor allen Religionen verloren hat. Und wenn man seine Beispiele liest, kann man schwer umhin, ihm Recht zu geben, denn er legt den Finger immer auf die Wunde und nimmt oft einen ganz anderen Blickwinkel ein als den, den man seit kleinauf gewohnt ist.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen.




