ml-universe

23. September 2026

Jetzt gibt es Bücher im Himmel – Zum Tod von Torsten Low

Torsten Low, der selbsternannte bissige Verleger, ist am 13. September gestorben. Die Nachricht hat mich völlig unvorbereitet getroffen, denn kurz zuvor hatten wir uns noch über den aktuellen SF-Art-Kalender mit Kalendergeschichten ausgetauscht und er hatte mir freie Hand gelassen, wen ich auf dem BuCon daraus lesen lassen wollte.
Jetzt wird dieser umtriebige Mann auf keiner Buchmesse mehr zu finden sein. was ein großer Verlust ist, denn sein Stand war immer gut besucht und dort gab es auch das eine oder andere edle Tröpfchen zu genießen. Torsten war ein lebensbejahender Mensch, der sich sein eigenes Urteil bildete und keinen Strömungen hinterherlief.
Ich habe ihn sehr geschätzt. Und das fing schon an, bevor wir gemeinsam Projekte realisiert haben.
Wann genau es war, dass ich mich auf einem BuCon wagte, an seinen Stand zu gehen, um ihn zu fragen, ob er Lust hätte, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen, weiß ich nicht mehr. Bevor ich ein Wort sagen konnte, wurde ich von ihm umarmt und er meinte, er wäre gerade sehr beschäftigt, wir könnten aber gerne später reden.
Wer würde sich da nicht sofort gut aufgehoben fühlen?
Der Mann war mir auf Anhieb sympathisch. Von einer Bissigkeit habe ich nichts gespürt.
Das Projekt kam dann nicht zustande, aber als ich Jahre später einen Verlag für den SF-Art-Kalender suchte, war er sofort mit einer wunderbaren Begeisterung dabei. Nun wird er leider nicht mehr erleben, wie der in seinen Augen »schönste Kalender, den er je gemacht hat« ankommen wird. Das ist so schade.
Auch als ich ihn fragte, ob er eine Anthologie verlegen würde, in der es im weitesten Sinne um Politik geht, hat er spontan zugesagt, wo andere abgewunken haben. Torsten war auch bei »Autokraten? Nicht mit uns!« mit Eifer dabei und bringt von dieser Anthologie sogar ein Hardcover in limitierter Ausgabe auf den Markt.

Ich mochte Torsten sehr und wünsche Tina und Emily ganz viel Kraft, um diese schwere Zeit zu überstehen, aber vielleicht kann es sie ein wenig trösten, wenn sie wissen, dass der gute Mann nun wohl im Himmel weiter aktiv sein wird. Da oben gibt es so viele Engel, von denen ganz gewiss einige etwas zu erzählen haben. Bei Torsten sind sie in den besten Händen, der macht Bücher aus ihren Geschichten.

15. September 2026

Dirt Tales – Geschichten von und über Diane Dirt

Ich dachte, es sei an der Zeit, einmal alle Geschichten zusammenzustellen, die ich als Diane Dirt verfasst habe. Und wo ich schon einmal dabei war, habe ich die Storys, die über Diane geschrieben wurden, gleich mit dazu genommen und damit 248 Seiten gefüllt. Mit von der Partie ist Michael Schmidt, der Diane gleich in zwei Geschichten eine Nebenrolle verpasst hat. Illustriert sind die Geschichten von Uli Bendick, Gabriele Behrend, Mario Franke, Frank G. Gerigk, mir und Maximilian Wust. Die Illus werde ich nach und nach hier vorstellen, damit ihr Lust auf die Stroys bekommt. ;-)

Zum Cover sollte ich wohl eine kurze Erklärung abgeben, damit es dem Künstler, Andreas Schwietzke, nicht ebenso ergeht, wie im letzten Jahr Olaf Kemmler, dem man Sexismus unterstellte. Mein Cover ist extrem an das von Olaf angelehnt, nur dass meines als Auftragsarbeit erstellt wurde, denn ich habe Andreas exakte Vorgaben gemacht. Nicht nur das, sondern ich, bzw. mein jüngeres Ich, stand auch Modell. Andreas hat Bilder von mir bekommen, an denen er sich orientieren konnte. So wollte ich dem Vorwurf, der Idealisierung des weiblichen Körpers vorbeugen und habe bewusst keinen Körper genommen, der per OPs „optimiert“ wurde. Von diesen OPs halte ich nämlich gar nichts. Die Frau auf dem Bild hat sich also völlig freiwillig so abbilden lassen und fühlt sich dadurch in keinster Weise ausgebeutet!

So weit, so gut, aber warum zeigt die Frau auf dem Cover, dem Betrachter den Stinkefinger? Dieser Stinkefinger ist nicht für jeden Betrachter und erst recht nicht für den Leser gedacht, sondern für die Personen, die heutzutage glauben, ihre Moralvorstellungen mit aller Gewalt durchsetzen zu müssen. Wenn Aktskulpturen aus Amtszimmern entfernt werden und Moralapostel Kunstwerke nicht zur Nominierung des KLP zulassen, dann sind das die Personen, denen ich hier den Stinkefinger zeige. Weil sie nicht einmal merken, dass sie selbst mit solchem Vorgehen ausgrenzen. Also genau das tun, was sie so laut kritisieren.

Alle anderen Betrachter bitte ich, den Stinkefinger mit einem Augenzwinkern der Dame zu betrachten und ihr wenn nicht gar Sympathie, so doch Verständnis zu gewähren. Diane ist eine Ruhrpottschnodderschnautze, die hin und wieder nicht anders kann, als ihre Meinung kundtzutun. Und ihr ist es herzlich egal, ob sie dafür gemocht oder gehasst wird. (Ruhrpottler können ganz hervorragend streiten, aber sie können sich auch wieder vertragen.) ;-)

Und da dieses Cover auf der Rückseite weitergeht, hier beide Seiten zusammen:

4. September 2026

Euch geht es zu gut – Roman von Ralph Alexander Neumüller

Euch geht es zu gut Roman von Ralph Alexander Neumüller
Andro SF 242
p.machinery Winnert, August 2026
Seiten: 212
Preis: 17,90 €
ISBN: 978-3957655202

Ash ist derzeit auf der Erde dafür verantwortlich, dass die Menschen leiden, denn die Erde ist die Hölle.
Die Idee mit einem Vollstrecker aus der Hölle auf der Erde ist nicht neu, die hatte Stephen King schon in »Das letzte Gefecht«, aber Ash ist vielschichtiger angelegt, als Randall Flagg, auch wenn er sich das nicht eingestehen mag. Im Prinzip verabscheut Ash die Menschen, aber ohne sein Zutun schleichen sich Mitgefühl und Anteilnahme ein und eine Art Überdruss mit seinem Dasein. Obwohl Ash das Böse verkörpert, wird er nicht eindimensional schlecht und böse beschrieben. Ich liebe es immer, wenn es Autoren gelingt, »echte« Charaktere zu schaffen, anstatt eindimensionaler Schablonen.
Xiaochun ist die andere Hauptperson, die ebenso lebensecht beschrieben wird. Sie ist eine Alleinerziehende, die ihre beiden Jobs verliert und nicht weiß wie sie nun klarkommen soll. Außerdem scheint ihr Ex ihr das Sorgerecht streitig machen zu wollen. Er hat beobachtet, dass sie den gemeinsamen Sohn oft vorm Fernseher oder am Handy alleine lässt, was aber aufgrund des akuten Zeitmangels gar nicht anders machbar wäre.

Aus einer Ecke, aus der sie es am wenigsten erwartet hätte, wird ihr Hilfe zuteil. Sie darf in der Gartenhütte eines reichen Influencerpärchens wohnen und einen Teil der Gartenernte behalten.

Ich habe dieses Buch wieder genossen. Ralph Alexander Neumüller schafft es, seine Leser ab der ersten Seite in Bann zu ziehen und das ohne lästige Cliffhanger. Er schreibt einfach interessante Geschichten, deren Ende man unbedingt erfahren möchte. Handwerklich sticht der Roman deutlich aus der Masse hervor und auch das kommt bei mir sehr gut an. (Ich bin es so leid, Texte zu lesen, die von Adjektiven nur so triefen.)

Die Idee, dass wir hier alle bereits in der Hölle schmoren, fand ich interessant, weil man ja aufgrund der vielen Krisen echt hin und wieder auf diese Idee kommen könnte. Interessant war in meinen Augen auch, dass Neumüller der Meinung zu sein scheint, dass wir viele Probleme in den Griff bekommen werden. So ist die Klimakrise in seiner Welt gebändigt und die Ungleichheiten minimiert worden. Wobei letzteres im Klappentext behauptet wird, aber Xiaochun so arm ist, dass sie selbst mit zwei Jobs kaum über die Runden kommt, während das Influencerpärchen in Saus und Braus lebt. So ganz scheint das also nicht geklappt zu haben. Aber das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch.

23. August 2026

Autokraten? Nicht mit uns!

Autokraten dieser Welt, versteckt euch gut, denn hier geht es euch ans Leder.
15 Autoren haben sich überlegt, wie sie euch bändigen können. Herausgekommen sind Geschichten, die nachdenklich stimmen, aber auch welche, die zum Schmunzeln anregen.

Die Geschichten:

Maximilian Wust – „Die Gedanken sind nicht“
Heidrun Jänchen – „In der Bedrohungszone“
Tessa Maelle – „Extraktor 4451“
Andreas Flögel – „Geweihter Boden“
Marianne Labisch – „Der Wichtel, dein Freund und Helfer“
Michael Schmidt – „Ein ehrenwertes Haus“
Thorsten Küper – „Feinjustierung“
Uli Bendick – „Ein gefährlicher Job“
Achim Stößer – „Drohnen aller Länder“
Thomas Heidemann – „GOD“
Karin Reddemann – „Goldjungs“
Veith Kanoder-Brunnel – „Luzifers Katzen“
Alexa Rudolph – „Keine Panik“
Ansgar Sadeghi – „Auszug aus dem Paradies“
Enzo Asui – „Das Experiment“

Das Buch wird es als limitiertes Hardcover geben, allerdings maximal 66 Stück. Es wird 23 Euro das Stück kosten und jeder Besteller bekommt ein Din A3 Plakat gratis dazu.

Das geniale Cover stammt übrigens von Maximilian Wust

Das Softcover wird 15,90 Euro je Stück kosten.

Noch ein Satz zu meiner Motivation, dieses Buch herauszugeben. Ich habe mich in letzter Zeit so oft über diese unsäglichen Autokraten aufgeregt und wolle einfach nicht hinnehmen, dass man gar nichts gegen sie unternehmen kann. Ich muss sagen, dass ich beim Schreiben meiner Story viel Spaß hatte, als ich mir das Geschehen bildhaft vorgestellt habe. ;-)

22. August 2026

Eine neue InterNova Ausgabe ist verfügbar

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