ml-universe

5. März 2017

Ups, doch schon März?

Nachdem ich heute meinen Referenz Ordner aktualisiert habe, stellte ich fest, dass der letzte Beitrag aus dem letzten Jahr stammt und will heute kurz hinterlassen, welche Vorhaben sich in welchem Stadium befinden:

Parasitengeflüster:  Sven und ich sind so weit mit der Arbeit am Projekt fertig, alle Geschichten, Cover, Illustrationen, Vorwort und Autorenvitae liegen beim Verlag. Angepeilt ist eine Veröffentlichung im Mai. (Alles neu …)

Bildband „Inspiration“ (AT) Eine Anthologie mit Geschichten von Autoren, die sich von Bildern des Künstlers Andreas Schwietzke inspirieren ließen, wird als Bildband in einem größerem Format im p.machinery Verlag erscheinen.  Die Geschichten sind alle fertig. und werden dem Verlag übergeben, sobald Andreas Schwietzke und ich mit dem Interview, das ich zum  Bildband mit ihm führe, abgeschlossen haben. (Darin unterhalten wir uns darüber, wie es zu den Bildern kam und tauschen uns über die Umsetzung der Autoren aus.)

Bilder einer Ausstellung

Ein Projekt der Geschichtenweber, bei dem Autoren, Illustratoren, Musiker, ein Lyriker zusammen die klassische Musik von Modest Mussorgski und die Bilder von Viktor Hartmann neu interpretieren und sich davon zu Geschichten inspirieren lassen. Ein sehr ambitioniertes Projekt, das in Arbeit ist.  Auch dieses Buch mit Musik und Bildern wird im p.machinery Verlag erscheinen. (Wahrscheinlich noch in diesem Jahr.)

Im Gaslicht (AT) ein Band mit humorvollen (Frauen-) Horror-Kurzgeschichten war für dieses Jahr geplant, aber das könnte knapp werden.

Die Kasatschok tanzenden Aliens sind auf dem Weg und werden wahrscheinlich bald veröffentlicht. Auf diese Anthologie bin ich sehr gespannt. Ellen Norten hatte diese tolle Idee, die Außerirdischen mal nicht als feindliche Macht darzustellen, sondern sie humorvoll handeln zu lassen.

Einige Story Center Beiträge sollen ebenfalls noch dieses Jahr das Licht der Welt erblicken.

Momentan sitzen wir an den Lektoraten für die Zwielicht Geburtstagsausgabe.

Weitere Vorhaben sind angedacht, aber zu denen äußere ich mich dann erst, wenn wir sie angehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. November 2016

Zwielicht Classic 11 soll im November erscheinen

Wie der Herausgeber Michael Schmidt verlauten lässt, soll der elfte Band schon im November erscheinen.

Wie üblich gibt es eine gute Mischung aus Geschichten und Artikeln.

Inhalt:

Geschichten:

Marianne Labisch – Profit durch Mord (2015)
Uwe Voehl – Sternschnuppennächte (2008)
Susanne Schnitzler – Lennie Bell beschwimmt den Teufel (2016)
Susann Obando Amendt – Blendlicht (2015)
Karin Reddemann – Kleiner (2015)
Christian Weis – Gedankenspiele (2006)
Michael Tillmann – Rationalisierungsmaßnahmen (2004)
Andreas Fieberg – Heute, Kinder, wird’s was geben (2013)
Hubert Katzmarz – Der Mann, der die Wespen hasste (2000)
Ellen Norten – Anmerkungen zu Der Mann, der die Wespen hasste (2016)
Nadine Muriel – Jesses Reise (2014)
Markus K. Korb – Fischaugen im Dämmerlicht (2004)
Vanessa Kaiser&Thomas Lohwasser – Im Schatten (2015)
Vincent Voss – Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod (2013)

Artikel:

Karin Reddemann – Die dunkle Muse (2016)

Ich freue mich, auch einmal eine Anthologie eröffnen zu dürfen. In „Profit durch Mord“ geht es um Hank, den Mitarbeiter einer Plattenfirma, der es leid ist, immer wieder Musiker benennen zu müssen, die ermordet werden.

Es freut mich sehr, dass die Geschichte von Nadine Muriel „Jesses Reise“, die ursprünglich in der von mir herausgegebenen Anthologie „Was geschah im Hotel California?“ erschien, aufgenommen wurde. Und zu guter Letzt auch noch die Geschichte von Susann Obando Amendt „Blendlicht“, die ursprünglich in „Nebelmelodie“ erschien und mein Lektorat durchlief. Also gleich dreifacher Grund, sich zu freuen.

Vielen lieben Dank an Michael Haitel (p.machinery Verlag), der sich mit der Zweitverwertung der Geschichten „Jesses Reise“ und „Blendlicht“ einverstanden erklärte, die beide ursprünglich in seinem Verlag veröffentlicht wurden.

So hat man selbst im November, Grund sich zu freuen …

 

24. Oktober 2016

BuCon 2016

Eine persönliche Nachbetrachtung

Schon vor Jahren wollte ich gerne einmal zum BuCon nach Dreieich, um dort eine Verlegerin, eine Kollegin (Nadine) und viele Geschichtenweber kennenzulernen. Ergeben hat es sich dann doch irgendwie nie.

Nachdem ich dieses Jahr durch meine Lektorate für die Zwielicht Reihe, so viele nette neue Kollegen kennenlernen und den Kontakt zu bereits bekannten intensivieren konnte, wollte ich diese Personen doch alle gerne einmal persönlich erleben.

Und so machte ich mich Samstag früh auf den Weg und kam dennoch zu spät am Bürgerhaus in Sprendlingen an, weil sich dieser Ort von mir einfach nicht finden lassen wollte. O_O

Am Eingang, wo ich meine Eintrittskarte löste, fragte ich nach der Garderobe, die leider nicht existierte. Das wäre mein einziger Verbesserungsvorschlag an die Organisatoren. Denn kaum einer wohnt um die Ecke und kommt ohne Mantel oder Jacke. (Besonders nicht im Oktober.)

Man hätte sich weit freier bewegen können, wenn man nicht ständig Hut, Jacke, Schirm, Tasche und Con Tüte mit sich herumsgeschleppt hätte.

Dann kam ich in eine Halle, in der sich Menschen gleich einer Ameisenkolonie bewegten. Alles wuselte durcheinander, die Gänge proppevoll. Ich schob mich einmal durchs Gewimmel und fand weder eine bekannte Person, noch den Tisch der Geschichtenweber. Eine Nachfrage im Foyer ergab, dass der gesuchte Stand sich in unmittelbarer Nähe des Halleneinganges befinden würde. Dennoch, selbst bei einem weiteren Durchgang, entdeckte ich lediglich zwei Herren, die grellgelbe T-Sirts trugen. In der dritten Runde blieb dann mein Blick an einem gut aussehenden Bartträger und einer kleinen blonden Person hängen, die mir bekannt vorkamen. Und richtig: Es handelte sich um Felix Woitkowski und Nadine Muriel. Und beim Näherkommen machte ich dann auch noch Stefan C ernohuby aus. Allesamt kleiner als ich sie erwartet hätte. Nach der Begrüßung unternahm ich einen weiteren Gang und entdeckte Michael Schmidt, einen der beiden Herausgeber der Zwielicht Reihe.

Michael nahm sich meiner sofort auf eine supernette Art an, führte mich durch den Raum und stellte mir diverse Kollegen vor. Andreas Flögel, der mir schon im SF-Netzwerk mitgeteilt hatte, dass er der hochgewachsene Jüngling mit dem wallenden Haar eben nicht sei, erkannte ich spontan ganz alleine.

Daniel Huste, der bei der Storyolympiade den dritten Rang belegte, Achim Stößer, den ich nicht erkannt habe,  Michael Haitel, der sich überall und nirgends herum trieb, Martina Sprenger, mit der ich mich über ein Projekt sehr gut austauschen konnte, Tatjana Stöckler, die Stunden braucht, um eine Halle zu verlassen, Torsten Scheib, Regina Schleheck, die ich beide beim Abendessen wieder traf, Bettina Ferbus, die ich ebenfalls schon lange kennenlernen wollte, die mich dann auf dem Rückweg ins Hotel begleitete,  Wolfgang Schröder, der Mann, der mir aufs Wort gehorcht!, Berta Berger mit Tochter Natascha, die eine begnadete Zeichnerin ist, lernte ich persönlich kennen, nur Axel Kruse fehlte noch. (Sollte ich jemanden vergessen haben, bitte ich um Entschuldigung.) Ich hatte zwar ein großes Poster gesehen, auf dem für seine Werke geworben wurde, aber den Mann nirgendwo entdeckt. Es ist natürlich auch nicht gerade einfach, einen Herren zu finden, den man noch nie gesehen hat. Aber das Schicksal schien mir wohlgesonnen, denn ein großer stattlicher Mann nahm gegen Ende der Veranstaltung neben mir Platz und stellte sich als der gesuchte vor.

Mir kam die Veranstaltung vor, wie ein großes Familientreffen. Wohlgemerkt eine Familie, in der die Mitglieder sich überwiegend leiden mögen. Nie zuvor wurde ich von so vielen Menschen herzlich geknuddelt, die ich zum ersten Mal in Person traf. So fühlte ich mich sofort freundlich aufgenommen und pudelwohl.

Die Siegerehrung der Storyolympiade (ein Wettbewerb der Geschichtenweber) wurde von Tatjana Stöckler gekonnt moderiert und die Siegerehrung des deutschen Phantastik Preises lief so zügig ab, wie viele Besucher hofften.

Auf dieser Messe tauschen sich Gleichgesinnte aus, werden Kontakte geknüpft, Geschichten erzählt, Freundschaften gepflegt. Mir hat es außerordentlich gut gefallen. Herzlichen Dank an Michael Schmidt und Andreas Flögel, die sich meiner auf eine herzlich, nette Art annahmen.

Und noch ein Danke an Nadine, die Kollegin, die eingangs schon erwähnt wurde. Endlich hat es nach Jahren doch noch geklappt, dass wir uns persönlich begegnen. Sie ist noch süßer, als ich erwartet habe.

Alles in Allem hat mir dieser Tag sehr gut gefallen.

Nachträglich stelle ich fest, dass mir doch einige Personen durch die Lappen gegangen sind. (Gabi, das nächste Mal müssen wir uns unbedingt treffen.)

Hier ein paar Fotos, auf denen die gute Stimmung perfekt wiedergegeben wird.

Michael Schmidt und Andreas Flögel

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Michael Haitel und Achim Stößer

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Michael Schmidt und Nadine Muriel

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Günter Wirtz, Felix Woitkowski und Martina Sprenger

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7. Februar 2015

p.graffiti – Ein runder Geburtstag

p.graffiti

10 Jahre p.machinery Verlag

  • Taschenbuch: 332 Seiten
  • Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (13. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3957650224
  • ISBN-13: 978-3957650221
  • Preis 13,90 €

Der Verleger Michael Haitel feiert mit seinem Verlag zehnjähriges Bestehen. Das ist in Zeiten, in denen die meisten kleinen Verlage nach drei bis fünf Jahren das Handtuch werfen, beachtlich. Aber wer den Verlag und dessen Erzeugnisse kennt, der wundert sich nicht. Ein Verleger, der sein Handwerk versteht und Spaß daran hat, der überzeugt halt.

Wieder ein Buch, in dem Musik mitschwingt.

Die Musik von ›Extreme‹ und ihrem zweiten Album ›Pornograffitti‹ stand Pate für die Geschichten in diesem Buch. Die Storys fallen wieder sehr unterschiedlich aus, aber langsam fühle ich mich wie unter guten alten Kumpels.

D.J. Franzen hat mich mit seinem ›Breaking the law, breaking the law‹ laut auflachen lassen. (Danke Dirk, alter Junge. Wie geht es Mutter so die Tage?)

Vince, Paul, Frederic, Sven, Christian und alle anderen: Ich fühle mich wohl unter euch. (Spiel nicht mit den bösen Jungs, dringt nicht mehr vor zu mir!) Es ist wie in einer Clique, die sich trifft, um Spaß zu haben. Und den hatte ich beim Lesen.

Zu den einzelnen Geschichten:

Paul Sanker – Walle! Walle …

Steve Jones und Francis Devreux streiten sich Jahr um Jahr um die innovativste Errungenschaft in Sachen Genmanipulation. Obwohl Devreux wie der sichere Gewinner des ausgelobten Preises aussieht, bekommt Jones durch die neue Errungenschaft seines Chefingenieurs Howard Oberwasser. Auf einer großen Gala werden die neuen Kreationen vorgestellt. Und dann geht etwas schief …

Paul hat sich den ›Decadence Dance‹ vorgeknöpft und hält der Gesellschaft, die glaubt, sich über die Schöpfung hinwegsetzen zu können, erbarmungslos den Spiegel vor. Mir gefällt das! Die Warner und Mahner dürfen nie aussterben.

 

Vincent Voss – Kill, kill!

Zwei Mörder sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Einer der beiden hat eine besondere Gabe. So kurz die Geschichte ist, so rätselhaft ist sie auch.

Vincent erzählt kurz und knackig, braucht keine Schnörkel und lässt den Leser mit der Frage zurück: Was hat das zu bedeuten?

 

Arno Endler – Warum die Toten nicht schweigen

Ein sechzehn jähriger Junge ist Präsident er Vereinigten Staaten, oder dem, was von diesem Land noch übrig ist. Gerade hat er das dritte Attentat überlegt. Eine große Flutwelle wird den Rest des Landes in kurzer Zeit vertilgen. Es muss eine Auswahl getroffen werden, wer in dem letzten Raumgleiter ›Saviour‹ fliehen darf.

Obwohl ein Weltuntergangszenario gezeichnet wird, kommen Alkohol und Sex nicht zu kurz.

 

Arno Endler – Warum es geschah, wie es geschah?

Wieder spielt ein verhältnismäßig junger Präsident die Hauptrolle. Dieses Mal ist er allerdings nicht mehr im Amt, weil er sich aus freien Stücken zurückgezogen hat, um den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Als allerdings auf dem Rasen vor dem weißen Haus ein wundersames großes Ei auftaucht, holt man ihn. Zuerst sträubt er sich, gibt sich dann aber geschlagen, als man ihm berichtet, dass diese Eier überall auf der Welt aufgetaucht sind. Man glaubt, er sei der Einzige, der dem Geheimnis auf die Spur kommen könnte.

Die Menschen haben den richtigen Riecher. Der Präsident umarmt das Ei, schickt ihm als der große Friedenstifter, der er ist, liebevolle Gedanken.

Das Ei öffnet sich und entlässt ein seltsames Wesen.

Mehr will ich nicht verraten.

Für mich ist diese Geschichte, eine derjenigen, die mir in Erinnerung bleiben werden. Sie bringt einen dazu, zu fragen, ob man nicht selbst beim Frieden stiften zu weit gehen kann. Sie hat mir sehr gut gefallen.

 

D.J. Franzen – Get the funk out

Drei Freunde treffen sich in der Unterwelt, um echtes Bier zu trinken, echte Musik zu hören und echten Spaß zu haben. Alles Dinge, die auf er Oberfläche nicht möglich sind. Die oberste Toleranzbehörde überwacht alles und jeden. Religionen sind ebenso verboten, wie Büchereien. Stattdessen wird jeder gezwungen, mindestens eine Stunde täglich vor dem Fernseher verbringen.

Es kommt, wie es kommen muss, Jonathan, einer der drei Freunde, fällt auf, wird verfolgt und flieht in die Unterwelt.

Diese Geschichte hat eindeutig Spaß gemacht. Nicht nur, dass der Autor lustige Ideen hat, (Wenn die Menschen furzen, müssen die Gase auf den Toiletten abgesaugt werden!), er erzählt auch unterhaltsam. Sein Jonathan ist kein übernatürlicher Held, aber einer, der Prinzipien, Wünsche und Sehnsüchte hat und sich deshalb nicht unterordnen kann.
Gabriele Behrend – Die Liebesmaschine

Obwohl sich die Autorin das gleiche Stück wie ich ausgesucht hat, sind zwei unterschiedliche Geschichten dabei herausgekommen.

Ein weiblicher Techniker, Katja, die für die Wartung eines riesigen Wohnkomplexes verantwortlich ist, versteht sich mit ›Spex‹ dem Wartungsmodul des Komplexes besser als mit den meisten Menschen.

Umso erfreuter ist, sie, als Spex ihr gesteht, dass er Kapazitäten im System freigeschaufelt hat, um das Wesen der Menschen zu erkunden und zu verstehen. Im Laufe der Zeit wird ›Spex‹ immer menschlicher. Er hilft Katja, ihren schlägernden Lebensgefährten loszuwerden. Die beiden beginnen, die alleinstehenden Bewohner des Hauses miteinander zu verkuppeln. Gemeinsam überprüfen sie deren Gewohnheiten, Vorlieben und bringen die Personen zusammen, bei denen sie große Übereinstimmungen entdecken. Sie wachsen einander so ans Herz, dass Katja sich in ›Spex‹ verliebt.

Mehr verrate ich nicht.

Diese Geschichte hat den Verleger zu Tränen gerührt und mich ebenfalls überzeugt. Sie ist eine der längsten Storys im Buch, aber man langweilt sich bei keinem einzigen Wort. Diese außergewöhnliche Liebesgeschichte, mit sehr liebenswerten Protagonisten hat mir gut gefallen. Für mich einer der Höhepunkte dieser Anthologie.

 

Marianne Labisch – Dave lacht

Mischehen zwischen Androiden und Menschen sind gestattet. Drew, eine erfolgreiche Polizistin, hatte genug von Männern, denen es nicht passte, dass sie erfolgreicher war als sie. Deshalb heiratet sie Dave, einen Androiden, der passgenau auf ihre Vorlieben programmiert ist. Aus Versehen hört Dave ein Gespräch zwischen Drew und ihrer Schwester, indem Drew zugibt, sich ab und zu mehr Gefühl von Dave zu wünschen.

Dave recherchiert, was es mit diesen Gefühlen auf sich hat und kommt zu der Überzeugung, als Androide niemals welchen entwickeln zu können. Es freut ihn sehr, einen alten Hindu im Netz zu finden, der Abhilfe verspricht, indem er den künstlichen Wesen menschliche DNA einpflanzt.

Hier will ich auch nicht zu viel verraten. Aber ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte ankommen wird, nachdem sie in einem Forum eine Diskussion darüber auslöste, wodurch sich nun Menschlichkeit auszeichnet.

 

Frederic Brake – Geldscheinheilig

Chief Financial Officer Giometta verlangt Aufklärung, warum es bei einer Aktion zu Abweichungen kam. Die Analyse ergibt, dass ein Besatzungsmitglied mehr Interesse an einer weiblichen Kollegin hatte, als an der gewinnbringenden Aktion. Was nach den fuggerschen Gesetzen nicht sein kann und darf.

Mehr kann ich nicht verraten, ohne den Clou vorwegzunehmen.

Frederic klagt die Gewinnsucht an, ohne mit dem Zeigefinger zu deuten. Gekonnt.
Frederic Brake – Das Ereignis

Die Alten sind überflüssig und werden entsprechend knappgehalten. Wenn sie über die Runden kommen wollen, sind sie gezwungen, auf gigantischen Müllkippen nach Verwertbarem zu suchen. Thomas Beckers ist einer von ihnen und noch neu in den Gruben. Es bereitet ihm Schwierigkeiten, sich gegen geschicktere Sucher durchzusetzen. Erst gegen Ende des Tages, kurz bevor die Grube geschlossen wird, findet er einen seltsamen Koffer, der er mitnimmt. Ein Biohacking-Set, das er für ein Spielzeug für reiche Kinder hält. Eigentlich will er den Koffer zu Geld machen, aber die Bezeichnung Leuchtbakterien macht ihn neugierig. Er mischt die verschiedenen Bestandteile zusammen. Als sich jedoch nach der angegebenen Zeit nichts tut, kippt er die übel riechende Brühe weg. Den Koffer mit dem restlichen Inhalt verkauft er. Über Nacht erkrankt er an einer Grippe, wie er meint. Mehr will ich nicht verraten.

Diese Geschichte war ein weiterer Höhepunkt für mich. Frederic mal ein düsteres Bild. Es hat den Anschein, als wäre es der Obrigkeit am Liebsten, wenn sich diese Alten zum Nutzen aller anderen einfach zum Sterben hinlegten.
Axel Kruse – Its a monster

Ham, ein Knecht auf dem Hof seines Onkels, entdeckt auf dem Heimweg eine seltsame Kutsche, aus der er einen Verletzten birgt. Der Mann sieht anders aus als alle Bauern, Edelleute und Knechte, die Ham kennt, und spricht einen unbekannten Dialekt.

Aber noch seltsamer ist, wie der Mann Ham behandelt. Als stünden sie auf einer Ebene. Das ist er nicht gewohnt, dennoch nimmt er den Mann mit zum Hof. Sein Onkel nimmt ihn auf, verpflegt ihn und stellt ihm sein eigenes Bett zur Verfügung. Da der Fremde sich gotteslästerlich verhält, hört der Bauer auf seine Frau und verrät ihn an die Obrigkeit. Ham bekommt Wind von der Angelegenheit und warnt seinen neuen Freund. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht. Hier ende ich, damit nicht alles preisgegeben wird.

Axel Kruses Monster, Ham, scheint in einer anderen Welt zu leben. Er ist mit sechs Jahren ein ausgewachsener, kräftiger, junger Mann, der von einer besseren Welt und der schönen Lady Jennifer träumt. Hat mich gut unterhalten.

 

Sven Klöpping – Pornograffitties

Als ich das Bild zur Story sah, dachte ich, ich spinne. Konnte es wahr sein, dass eine Frau uns ihr entblößtes Hinterteil präsentiert, wie Angus uns seinen nackten Arsch im Konzert hinhält? Ich drehte die Abbildung hin und her und blieb dabei: Ein Hintern! Alleine das machte zum Titel neugierig.

Und Sven erfüllt die derart geschürten Erwartungen. 😉

Sein Held, der eigentlich ein Versager mit zu hohen Rechnungen ist, entdeckt unter Graffitties eines, das heißen Sex verspricht und dafür noch zahlen will. Eigentlich glaubt er es kaum, aber nach Nachgucken kann ja nicht schaden. Und tatsächlich, in dem Etablissement nimmt man sich seiner an …

Ich würde gerne mehr verraten, aber das überlasse ich dann doch lieber Sven in seiner unnachahmlichen Art.

Eigentlich keine Überraschung, dass er sich genau dieses Lied ausgesucht hat und die Story mit einem nackten Hintern ziert. (Ich bin nur froh, dass es nicht sein eigener ist. 😉 )

 

Achim Stößer – Bug-Eyed Monster: First Kiss

Mildred eine lebensmüde Frau, klettert auf ein unfertiges Hochhaus, raucht eine letzte Zigarette und will springen. Bevor es dazu kommt, wird sie von einem widerlichen Außerirdischen gekidnappt, der sich mit ihr paaren will.

Auch hier kann ich nicht mehr verraten. Nur so viel: Es lohnt sich, die Story zu lesen. Ich sah das hässliche Wesen direkt vor mir. Und ich wäre auch davon gelaufen.

 

Tedine Sanss – New York, über den Dächern

Virginia soll einen Mann heiraten, den ihre Mutter für sie ausgesucht hat. Aber zuvor bekommt sie noch Gesangsunterricht, muss Ballkleider anprobieren und den verhassten Zeichenunterricht absolvieren. Der Nachfolger ihrer ursprünglichen Lehrerin, ein muskulöser Schwarzer mit Humor, nimmt sie auf den ersten Blick für sich ein. Mit ihm verlässt sie zum ersten Mal in ihrem Leben das Haus. Er überredet den Zeppelinkapitän zu einer gemeinsamen Rundfahrt. Sie sieht Aufständische auf den Straßen und Landschaften, die ihr helfen das theoretische Wissen der Perspektive zu erweitern. Dieser furchtlose, geheimnisvolle Mann hat es ihr angetan. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn.

Als ihre Mutter dahinter kommt, wird der Zeppelinkapitän entlassen und Virginia wird ermahnt. Sie soll sich nicht in den letzten Tagen noch die gute Partie verderben.

Der Zeichenlehrer fühlt sich zu Virginia ebenfalls hingezogen, glaubt aber nicht an eine gemeinsame Zukunft. Dem Mädchen wurde eine heile Welt vorgegaukelt, die nur für die Oberschicht existiert. Er glaubt nicht, dass sie sich in der rauen Realität zurechtfinden würde, und kommt noch einmal zu ihr, aber nur um sich zu verabschieden. Heimlich folgt sie ihm …

Den Rest müsst ihr selber lesen. Eine Geschichte, die vermuten lässt, dass ich, als ausgesprochener Krimifan, von dieser Autorin auch Liebesgeschichten verschlingen würde.

 

Christian Künne – Susie pas damor

Ein namenloser Mann, der weder weiß, wer er ist, noch wo er sich befindet, wird von Susie gerufen. Er ist sich sicher, diese Frau zu kennen. So wie sie mit ihm spricht, scheint wenigstens diese verschwommene Erinnerung zu stimmen. Sie mag ihn und nimmt ihn mit in ein längst verlassenes Haus. Dort erschießt sie zwei Männer, die mit Knüppeln auf sie lauerten. Sie verspricht, ihm zu verraten, wer er ist, wenn er mit ihr weiterzieht. Gegen seine Instinkte folgt er ihr. Er hat Angst vor ihr, folgt ihr dennoch.

Es ist eine dunkle Welt, in die Christian Künne uns führt und ich hatte das Gefühl, dass dieses nicht erinnern dem eigenen Schutz dient. Als lauere eine Wahrheit hinter dem Schleier, die wir besser nicht kennen.

 

Arndt Waßmann – He-Man Woman Hater

Henry Gerring hasst Frauen, weil sie ihm in seinem Leben bislang immer übel mitgespielt haben. Seine Ex saugt ihn finanziell aus und entfremdet ihm die eigenen Kinder. Um halbwegs weiter existieren zu können, lässt er sich auf kriminelle Machenschaften ein. Er wird zum Sklaventransporteur. Weibliche Wesen schippert er mit seinem Raumschiff durch die Gegend und kassiert ansehnliche Summen dafür. Eine dieser Gefangenen gefällt ihm und er räumt ihr Sonderrechte ein: Er versorgt sie mit anständigem Essen, kleidet sie und teilt sein Bett mir ihr. Zum Dank verrät sie ihn und er landet im Gefängnis. Dort teile er seine Zelle ausgerechnet wieder mit einer Frau.

Die Geschichte, die Arndt Waßmann erzählt, unterhält. Irgendwie kann ich, auch als Frau, Henry verstehen, und hoffe, dass er über den Tellerrand blickt.

 

Galax Acheronian – Das Liebeslied

Admiral Justus Cooper hat sein Schiff verloren. Es opferte sich, um die Besatzung zu retten. Man vertraut ihm ein neues Raumschiff an, aber sein Herz hängt noch an dem alten. In tiefer Trauer vergräbt er sich in Erinnerungen. Seine Offiziere bemühen sich, ihn ins Team zu integrieren.

Er wird in einen Flottenverband beordert, der eine auffällige Ruhe ergründen soll. Da es dort seit ewigen Zeiten keine Gefechte gegeben hat, fühlt er sich abgeschoben, zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Doch dann werden Flottenbewegungen beobachtet und die Geschichte nimmt einen anderen Ausgang, als man denkt.

Ein weiterer Höhepunkt. Mir hat diese Story sehr gut gefallen. Sowohl die Verbündeten als auch die Feinde der Menschen wichen von herkömmlichen Außerirdischen ab, aber die größte Sympathie gilt dem Raumschiff. Und das will etwas heißen.

 

Enzo Asui – Personal Coaching

Mike, ein Mann, der mindestens einen Meter Abstand zu anderen Menschen benötigt, um sich wohlzufühlen, nimmt an einem Seminar teil und lernt dort die Dozentin Erika kennen, die ihn mit ihrem blutroten Kleid gleich gefällt. Alles, was sie sagt, saugt er auf.

 

Diese Geschichte ist recht kurz überrascht dennoch zum Schluss.

Im Nachwort verrät der Verleger, wie er dazu kam, einen Verlag zu gründen.

Daran schließen die Vitae der Autoren an.

 

Wie ich zu Anfang schon sagte: Es hat Spaß gemacht, diese Anthologie zu lesen. Die Bilder und das Cover überzeugen ebenso wie die Geschichten. Insgesamt ein weiteres gelungenes Machwerk.

Auf die nächsten zehn Jahre, Michael! Prost!

 

 

 

30. August 2014

Was geschah im Hotel California?

Es ist so weit! Die Anthologie „Was geschah im Hotel California?“ ist erschienen.

Die Arbeit an diesem Buch hat unheimlich viel Spaß gemacht. Von der Idee bis zur Veröffentlichung hat alles exakt so geklappt, wie ich es mir erhofft hatte.

Als Mitherausgeber und Songtext-Poeten konnte ich Gerd Scherm gewinnen. Er war mir eine große Hilfe, nicht nur als Lektor. (Seine Lyrics passen so gut zu den Kurzgeschichten, dass er mir damit öfter eine Gänsehaut beschert. Danke Gerd!)

Das Cover und die Illustrationen hat Antonia Sanker exakt nach meinen Wünschen kreiert. (Antonia, du bist eine Wucht! Noch einmal vielen Dank für die Zeit und Arbeit, die du uns geopfert hast.)

Anke Höhl-Kayser hat Gerd und mich beim Vorlektorat so toll unterstützt, dass es sogar ein Lob vom Verleger gab. (Anke, jederzeit würde ich wieder mit dir zusammenarbeiten. Du bist einfach toll!)

Und ein ganz besonderer Dank geht an Michael Haitel, meinen Lieblingsverleger!, der sich nicht nur von mir breitschlagen ließ, dieses Projekt anzunehmen, obwohl er eigentlich bis Ende nächsten Jahres einen Annahmestopp verhängt hatte, sondern auch noch alle überraschte, indem er fixer war, als mancher ihm zugetraut hätte. Nein, er tat weit mehr. Als ich mit der Idee um die Ecke kam, nicht nur Prosa, Lyrik und Gemälde miteinander zu verbinden, sondern auch noch Musik anzufügen, da zeigte der Mann mir nicht etwa gleich einen Vogel, sondern nahm die Idee auf. Wir wollten der Printversion eine Mini-CD und dem E-Book einen Downloadlink beilegen, auf denen eine Coverversion zu hören gewesen wäre.

Die Musikindustrie hat dieses Vorhaben vereitelt!

Erstens gestattete der Rechteinhaber kein Cover und zweitens stellt die GEMA einen Bürokratiedschungel dar, der für den Laien fast undurchdringlich ist.

Wir gaben uns geschlagen und begruben dieses Vorhaben. Aber er hätte es gemacht! Er hat sogar über Umwege mit einem Bandmitglied der Eagles Kontakt aufgenommen. Und er war sehr geduldig mit mir. Der Kerl ist einsame Spitze!

Jeder einzelne Autor war so kooperativ, dass ich mich jederzeit wieder auf ein neues Projekt einlassen würde.

Ihr alle zusammen macht diese Anthologie zu etwas ganz Besonderem!

Und nun viel Spaß mit dem Buch:

Marianne Labisch & Gerd Scherm (Hrsg.)
WAS GESCHAH IM HOTEL CALIFORNIA?
Action, Thriller, Mystery 3
p.machinery, Murnau, August 2014, 216 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978 3 95765 009 2 – EUR 11,90 (DE)
als eBook: in Vorbereitung

 

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Willkommen im Hotel California.

Ein Song hat sich in unserem Kopf eingenistet. Eine Melodie schickt uns auf die Reise. Der Text gibt Rätsel auf: Wer ist wer? Und wer ist was? Die Mercedes-Benz-Lady, der Captain, das Biest? Wer sind die anderen Gäste? Und was wird mir geschehen, wenn ich einchecke?

Eine traumhafte Reise –auch wenn sie in manchen Nächten in einen Albtraum mündet.

Titelbild und Illustrationen stammen von Antonia Sanker.

Inhalt:
Marianne Labisch: Vorwort
Gerd Scherm: Vorwort
Gerd Scherm: Hotel California Soundtrack – oder Du kannst die Musik in deinem Kopf nicht ausschalten
Anke Höhl-Kayser: Soul
Nadine Muriel: Jesses Reise
Paul Sanker: Ganz weit unten
Marianne Labisch: Showdown
Vincent Voss: Am Ende
Marianne Labisch: Vermisst
Felix Woitkowski: Der Kellnerdarsteller
Nadine Muriel: Freakshow
Elisabeth Wintermantel: Die Stimmen – Zwischen Himmel und Hölle
Stefan Cernohuby: Stimmen aus der Ferne
Wolfgang Schroeder: Master Blaster
Thomas Strehl: Rückkehr
Paul Sanker: Der Namenlose
Anke Höhl-Kayser: Sterne
Hen Hermanns: Verhör von Jim Florrence, 35, Nachportier im Hotel California
Marianne Labisch: Nachwort
Vitae

Die Buchseite bei p.machinery: http://www.pmachinery.de/?p=2941

Achtung! Das Buch mit vierfarbigen Abbildungen im Innenteil gibt es ausschließlich beim Verlag. Die bei Amazon gelistete Version, die Amazon direkt liefert, enthält aus technischen Gründen nur schwarz-weiße Abbildungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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