ml-universe

17. Juni 2022

Staubkornfee trifft Ich-Maschine

Staubkronfee trifft Ich-Maschine, herausgegeben von Sabine Frambach und Kai Focke
Titelbild und Illustrationen von Gabriele Behrend
Andro SF 122
p. machinery, Winnert, August 2021, 175 Seiten Softcover
ISBN 978 3 95765 2478

Thomas Le Blanc der Begründer der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar, hat vor geraumer Zeit die »Phantastischen Miniaturen« ins Leben gerufen. Er gibt ein Thema vor, zu dem die Autoren Kürzesttexte verfassen sollen.
Staubkornfee trifft Ich-Maschine bringt eine Auswahl dieser Geschichten und garniert das Ganze mit ganz bezaubernden Illustrationen von Gabriele Behrend. Zudem werden völlig unaufdringlich weitere Informationen zur Bibliothek, den Miniaturen usw. eingestreut.
Die Geschichten sind zu kurz, um zu jeder einzelnen etwas zu sagen. Der Leser findet Storys aus dem Bereichen Märchen, SF, Fantasy, Mystery und Horror.
Es versteht sich von selbst, dass völlig verschiedene Geschichten im Buch enthalten sind, denn erstens vereint das Buch Geschichten zu verschiedenen Vorgaben und dann sind natürlich auch unterschiedliche Autoren am Werk.
Sabine Frambach und Kai Focke haben für meinen Geschmack eine feine, bunte Mischung zusammengestellt, die mich gut unterhalten hat. Ich mag diese Häppchen, die man immer mal zwischendurch lesen kann.
Erwähnt sei noch, dass die Einkünfte aus dem Verkauf des Bandes dem Erhalt der Phantastischen Bibliothek zugutekommen. Jeder kann also mit dem Erwerb des Buches nicht nur sich etwas Gutes tun.

16. Mai 2022

Das Dorf am Grunde des Sees – Gabriele Behrend

Das Dorf am Grunde des Sees – Gabriele Behrend

Außer der Reihe 64

p. machinery, Winnert, April 2022, 172 Seiten Softcover

ISBN 978 3 95765 2805

Preis: 12,90 €

Claire, eine angehende Lehrerin im Urlaub in Italien, hat von einem geheimnisvollen Dorf am Grunde des Sees gehört und will sich mit eigenen Augen von dessen Existenz überzeugen. Leider geht ihr die Luft aus und sie fürchtet zu ertrinken. Als ihr die Kräfte schwinden, lässt sie die Leuchtrakete fallen und findet sich plötzlich in ebenjenem Dorf, das sie gerade noch gesucht hat.

Sie wird von Kokoschkin aufgenommen, der sie mit der Unterwasserwelt vertraut macht. Sie lernt Giovanni kennen und verliebt sich in ihn. Die Gemeinschaft bekommt immer wieder Besuch von Außerirdischen aller Art. Aber nicht alle Einwohner mögen diese seltsamen Wesen, die sich zwar äußerlich an ihr Umfeld anpassen können, aber nicht dazu gehören.

Als der erste Regen im Dorf fällt, ahnt noch niemand, dass dem Dorf große Gefahr droht.

Um nicht zu viel zu verraten, endet meine Inhaltsangabe hier.

Ich gebe zu, als ich zu lesen begann, die Personen kennenlernte, dachte ich:

Aha, das gibt ein typisches Happy-End. die Gefahr wird gebannt und alle leben glücklich und zufrieden bis ans Lebensende.

Pustekuchen! Die Autorin hat sich etwas anderes einfallen lassen, etwas, das ein wenig realistischer anmutet und doch nicht enttäuscht.

Die Protagonisten sah ich alle förmlich vor Augen, so gut waren sie gezeichnet.

Dass die Autorin schreiben kann, wusste ich von etlichen Kurzgeschichten und ihrem Debütroman. Aber was ich hier lesen durfte, fand ich wirklich richtiggehend zauberhaft. Die außerirdische Lebensform, die sich dazu entschloss, den kleinen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten, der ehemalige Lebemann, der mit seinem Schicksal hadert und seinen längst verstorbenen Vater immer nörgeln hört, die alte Hexe, die alle aufwiegelt, die jungen Liebenden, all das überzeugt und berührt. Wahrscheinlich werden einige Leser es als Kinderbuch abtun, aber dadurch, dass durch die Blume Fremdenhass angesprochen wird, kann es meiner Meinung nach auch von jung gebliebenen Erwachsenen gemocht werden.

Nichtsdestotrotz möchte ich der Autorin empfehlen, Kinderbücher zu verfassen, nicht nur, aber unbedingt auch, denn das kann sie ganz hervorragend. Und ich fände es traurig, wenn sie dieses Talent den Kindern vorenthalten würde, die sie unter Garantie lieben werden.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.

Fünf von fünf Punkten.

23. Januar 2021

Rezension Salzgras und Lavendel von Gabriele Behrend

Gabriele Behrend
Salzgras und Lavendel
Außer der Reihe 48
p.machinery, Winnert, September 2020 , 312 Seiten, Softcover und E-Book
ISBN 978-3957652089
ASIN B08HJM9QFS

Douglas und Kaynee sind die Hauptakteure in Gabriele Behrends Roman, der in einer Zukunft spielt, in der jeder Mensch sich aufgespaltet hat. Es gibt einen Organisator, einen Beschützer und mehr, die Dämonen werden sicher weggesperrt. Das, was die Psychotherapie uns als »Inneren Helfer« empfiehlt, wird hier exzessiv ausgelebt.
Aber auch in dieser fernen Zukunft gibt es Licht und Schatten, so kann sich nicht jeder die Wartung seines in den Kopf eingelassenen Sockets leisten, wodurch es zu Fehlfunktionen und Aussetzern kommt.
Douglas stößt scheinbar ohne jeglichen Grund eine Person vor einen Zug. Diese Person überlebt den Anschlag nicht.
Douglas kommt darauf hin in das Zentrum der Professorin, die die Aufspaltung erfunden und für dessen Einführung gesorgt hat. Douglas, der in einem Heim aufgewachsen ist, soll hier getunt werden, damit er wieder ins System passt und möglichst schnell seine Arbeit weiter verrichten kann. Aber auch bei Kaynee kommt es in letzter Zeit immer wieder zu Aussetzern, so übernehmen Teile ihrer selbst ungefragt die Herrschaft.
Douglas und Kaynee lernen sich im Zentrum kennen und verlieben sich.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte im Präsens und im ersten Moment kommt einem das ungewohnt vor, aber Gabriele Behrend kann so gut mit Sprache umgehen, dass man sich schon auf Seite zwei daran gewöhnt hat. Sie skizziert in ihrem Roman mehr die Menschen als die Umwelt oder die Art zu wohnen und zu arbeiten. Der Leser erfährt, dass es Gefährte gibt, die autonom fahren, aber auch manuell gesteuert werden können, aber die Autorin verliert sich nie in technischen Raffinessen. Auch die Apparate zur Persönlichkeitsauf-spaltung werden nur grob äußerlich beschrieben. Insgesamt scheint das Leben für die Menschen in den großen Metropolen nicht besonders erbaulich zu sein. Die Arbeit, die verrichtet wird, muss sehr monoton sein und die Freizeit am Wochenende macht einen tristen Eindruck, die Wohnverhältnisse sind sehr beengt. Ohne die »Anpassung« durch die Persönlichkeitsspaltung, die den Menschen zu einem funktionierenden Rädchen im System machen sollen, wäre das Leben wohl nur schwer erträglich. Leider hat auch dieses vermeintlich perfekte System Fehler und so kommt es zu »Aussetzern« und »Unfällen«, denn trotz allem sind diese optimierten Wesen immer noch Menschen.

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es durchaus auch so sein darf. Jeder darf seine Fehler haben, muss nicht massenkompatibel sein. Ganz im Gegenteil: Wer als »Einheitsmensch« droht, in der Masse unterzugehen, der darf sich ganz individuelle Lebensräume schaffen, in denen er glücklich leben kann. Jeder Mensch ist anders gestrickt und die, die keine Normalbürger sind, haben auch ihre Daseinsberechtigung.

Douglas und Kaynee sagen sich von der unmenschlichen Gesellschaft, in der jeder Mensch lediglich funktionieren soll, los und suchen ihr individuelles Glück abseits davon.
Man kann das Ende des Romans sicher verschieden deuten. Die einen werden glauben, die Liebenden suchten ihr Glück in einem Leben nach dem Tod, aber ich sehe die beiden abseits der Metropolen in einem kleinen Dorf, in dem sie sich mit ehrlicher Handarbeit ihren Lebensunterhalt verdienen und gemeinsam alt werden. Womöglich gibt es sogar weitere Sichtweisen.

Für mich ist dieser Roman einer, der Hoffnung macht. Er ist liebevoll und gekonnt verfasst. Ich kann die Lektüre nur empfehlen und verteile fünf von fünf Sternchen.

16. Oktober 2018

BuCon 2018 – Ein kleiner Rückblick

Überpünktlich, d.h. vorm offiziellen Einlass, kam ich in Dreieich an und fand auf den ersten Blick ein bekanntest Gesicht, zu dem ich mich auch prompt gesellte. Kurz darauf kam ein weiteres dazu und so verging die Zeit recht fix.


Drinnen holte ich mir erst einmal meine zwei V.I.P Karten ab und sorgte für irritierte Blicke. Ich war unter meinem Klarnamen und als Diane Dirt gelistet.
Es gab wohl nicht so viele Autoren, die gleich zwei haben wollten. Laughing
Nachdem sich dieses Mal extrem viele Kollegen angekündigt hatten, drehte ich den ganze Tag immer mal wieder Runden durch die Menge, um die alle zu finden. Da ich ein Mensch ohne Smartphone bin, entgingen mir leider zwei Kollegen, einer komplett und Tetiana Trofusha kam dann zur Lesung. Mir tat es sehr leid, dass ich die nicht schon früher getroffen hatte, mit ihr hätte ich gerne länger geredet. Das müssen wir auf jeden Fall nachholen.

Ein wesentlicher Grund für mich, den BuCon zu besuchen, ist, dass ich dort immer wieder auf so nette Kollegen wie Ralf Steinberg, Michael Schmidt, Andreas Flögel und die ganzen Geschichtenweber treffe. Es macht einfach Spaß, zusammen zu sitzen und sich auszutauschen.

Menetekel, eine liebe Forenkollegin aus dem DSFo  kam an den Geschichtenweberstand und fragte, ob ich fancy sei, denn dieses Namensschild fehlte. Wir mochten uns auf Anhieb, wie sie schon vermutet hatte. Kurz vor der Geschichtenweberlesung spendierte sie mir einen Sekt, um die Anspannung zu besiegen. Noch einmal vielen Dank, liebe m.
In der Geschichtenweberlesung hatte ich nur kurz auf das Buch „Bilder einer Ausstellung“ hinzuweisen, das ich leider nicht zeigen konnte, weil es nicht fertig geworden ist. Stattdessen präsentierte ich „IINSPIRATION“, was von der Ausstattung her sehr ähnlich ist.
Nach der Lesung wurde ich von einem gut aussehenden, jungen Mann angesprochen, ob ich die Marianne sei, die er von der gemeinsamen Arbeit am Buch kenne. F.A. Peters stand vor mir, der nicht nur in den „Bildern“ vertreten ist, sondern mit dem ich auch an seinem ersten Roman arbeiten durfte, der als separates Buch erscheint, aber dennoch zur Anthologie gehört. Auch dieser junge Mann erwies sich im realen Leben als ganz genauso nett wie ich ich ihn mir vorgestellt hatte.
Danach trudelten meine Mitstreiter für die Verlagslesung ein. Gabriele Behrend und Sascha Dinse. Mit beiden hatte ich schon öfter zu tun, sie aber noch nie persönlich getroffen. Die gegenseitige Sympathie spürte wohl jeder in der Umgebung.

Die erste Lesung für den Fantasyguide fand keinen so großen Andrang, die zwei Hörer, die wir hatten, mussten wir selbst mitbringen. Hinzu kam eine Mitarbeiterin vom BuCon, mit der ich zwar gemeinsam in einem Komitee sitze, die ich aber nicht zuordnen konnte. @Sylvana: Schön, dich gesehen zu haben, auch wenn ich nicht Hallo gesagt habe, weiß ich dem Namen jetzt ein Gesicht zuzuordnen. 

Wie eine Band auch vor einem Gast spielt, ließen wir uns nicht davon abschrecken und gaben unser Bestes.
Dabei machte ich den Fehler nicht  nach vorne zu rutschen, um besseres Licht zu haben und geriet so das eine oder andere Mal ins Stocken, weil ich den Text nicht entziffern konnte. Mad (Obwohl ich mir den extra in großer Schrift ausgedruckt hatte.) Michael Schmidt bemühte sich jedes Mal meine Patzer auszuwetzen. Vielen Dank dafür.
Nichtsdestotrotz war das Publikum zufrieden und stellte fest, dass Dialekt gesprochen nicht mehr so schlimm ist, wie geschrieben.

Die zweite Lesung war dann gut besucht und wir haben uns auch ganz gut angestellt, wenn ich nach dem Applaus gehe.

Danach bin ich abgereist und konnte so nicht an einem der vielen Abendessen teilnehmen. Aber vielleicht werde ich das nächste Mal wieder übernachten und kann den Abend mit netten Leute ausklingen lassen.

Es hat mir super gut gefallen. Man könnte meinen, BuCon mache süchtig.

Auf dem ersten Foto seht ihr Michael Schmidt, Ralf Steinberg, Gabriele Behrend und ihren Mann Arno. Auf dem zweiten F. A. Peters, Sascha Dinse und mich. Bis jetzt ist mir noch kein Diane Bild (mit großem Hut) untergekommen.

Aber sie war dort.

23. September 2018

Bilder einer Ausstellung und Gnomus oder der König, der nicht lachte

Heute stelle ich ausnahmsweise einmal gleich zwei Bücher vor,

Marianne Labisch, Marco Habermann, Gerd Scherm (Hrsg.)
BILDER EINER AUSSTELLUNG
Außer der Reihe 28
p.machinery, Murnau, September 2018, 132 Seiten
Paperback: ISBN 978 3 95765 143 3 – EUR 14,90 (DE)
Hardcover: ISBN 978 3 95765 144 0 – EUR 25,90 (DE)
E-Book: ISBN: 978-3-7438-8153-2 EUR 7,49 (DE)

Beim Titel »Bilder einer Ausstellung« denken die meisten Menschen nicht an Visuelles, sondern an Musik. Seit rund hundertfünfzig Jahren regt Mussorgskis Komposition Musiker aus aller Welt zu neuen Interpretationen an. Doch wer kennt schon die auslösenden Bilder von Viktor Hartmann? Wer weiß um die Vorkommnisse, die hinter den Bildern stehen? Diese Anthologie transportiert die »Bilder einer Ausstellung« mit Storys und Gedichten erstmals in die Literatur. Erzählt, wozu diese Musik inspirieren kann und setzt die Worte in neuen Bildern um. Ein »work in progress«, ein Kunstwerk, das ständig weiterentwickelt wird. Und vielleicht zu neuer Musik anregt …

Mit einem Titelbild von Gerd Scherm und Illustrationen von Lothar Bauer, Detlef Klewer, Marianne Labisch, Eva Preuß, Gerd Scherm und Andreas Schwietzke.

Vorwort • Marco Habermann
Vorwort • Marianne Labisch
Vorwort • Gerd Scherm

Promenade • Gerd Scherm
Der Weg des Gnomus • F. A. Peters
Zwischenspiel I • Gerd Scherm
Das Lied des Troubadours • Stefan Cernohuby
Zwischenspiel II • Gerd Scherm
Die Toulierien brennen • Gerd Scherm
Der Ochsenkarren • Noëmi Sacher
Zwischenspiel III • Gerd Scherm
Pas de deux • Gabriele Behrend
Die Ruhe nach dem Andante Gravo • Paul Sanker
Zwischenspiel IV • Gerd Scherm
Ignoranz stirbt nie • Verena Jung
Ex inferis • Sascha Dinse
Zwischenspiel V • Gerd Scherm
Mit den Toten in einer toten Sprache • Regine D. Ritter
Zwischenspiel VI • Gerd Scherm
Die Hütte der Baba Jaga • Detlef Klewer
Zwischenspiel VII • Gerd Scherm
Der Plan • Marianne Labisch
Aufstellung der musikalischen Bearbeitungen • Gerd Scherm

Nachwort • Die Herausgeber
Vitae

Hier das Cover

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und der Gnomus, der die Fortsetzung der hier enthaltenen Story ist:

F. A. Peters
GNOMUS
oder Der König, der nicht lachte
Außer der Reihe 29
p.machinery, Murnau, September 2018, 176 Seiten, Paperback
ISBN 978 3 95765 145 7 – EUR 10,90 (DE)
eBook-ISBN: 978-3-7438-8152-5 EUR 5,49 (DE)

Gnomus ist ein rothaariger Zwerg und dient am Hofe König Barbarussas. Dem König ist das Lachen vergangen, als seine drei Töchter verschwanden und sein Königreich mit einem Fluch belegt wurde. Gnomus soll ihm sein Lachen zurückbringen. Das gelingt ihm allerdings nicht, und so hat sein Gegenspieler, der finstere Rusputin, leichtes Spiel und sorgt dafür, dass Gnomus in Ungnade fällt. Dem geplanten Anschlag auf sein Leben entkommt er zwar, findet sich jedoch in einem Haus auf Krähenfüßen wieder, in dem mindestens eine Hexe wohnt.

Wird der kleine Kerl verzaubert?
Kann er entkommen?
Und wird der König sein Lachen finden?

Machen Sie sich in diesem Märchen für Erwachsene auf einige deftige Szenen gefasst. Denn sowohl am Hofe als auch in der Hütte geht es mitunter heiß zu.

(Empfohlen zur Lektüre für Menschen ab 18 vollendeten Lebensjahren.)

Auch hierzu gibt es das Cover

 

 

 

 

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