ml-universe

25. November 2016

Zwielicht im Doppelpack

Die aktuelle Ausgabe des Zwielicht Magazines ist erschienen.
Zwielicht 9
Es ist keine Story von mir enthalten, ich durfte nur das Lektorat übernehmen und weiß daher, dass sich die Lektüre lohnt.

Zwielicht – das deutsche Horrormagazin in seiner neunten Ausgabe. Inhalt: Das Cover stammt von Björn Ian Craig. Geschichten: Kristi DeMeester – Im Staub der Erde schlafen Christian Weis – Camera Obscura Thomas Karg – Müllsäcke Torsten Scheib – Im Apogäum Erik Hauser – Unter der Gemeindebücherei Felix Woitkowski – Wohnungssuche Nicole Kudelka – Blutgeld Stefan E. Pfister – Kuppe und Nagel Julia Annina Jorges – Sehen wir uns nicht in dieser Welt Ellen Norten – Horrorthek Algernon Blackwood – Durch Wasser Karin Reddemann – Liesbetts Gäste Dominik Grittner – Little Drummer Roy Artikel: Vincent Preis 2015 Horror 2015 Algernoon Blackwood Veröffentlichungsliste August Derleth Award Bram Stoker Award Nebula Award 2015

Außerdem ist Zielicht Classic 11 erschienen und hier durfte ich die erste Geschichte beisteuern.
Habt ihr euch nicht auch schon einmal gefragt, warum immer wieder so viele begnadete Musiker vor der Zeit sterben? Die meisten glauben ja, es läge am unsteten Lebenswandel, aber Hank aus meiner Geschichte weiß, dass etwas viel Fieseres dahinter steckt, mämlich: Profit durch Mord!
Hier der weitere Inhalt:
Die elfte Ausgabe des Magazins Zwielicht Classic bietet wie gewohnt eine Mischung aus Geschichten und Artikel des Genre Horror und Unheimliche Phantastik mit Ausflügen zur düsteren SF. Enthalten sind wie immer herausragende Stories und vergessene Perlen. Das Titelbild entstammt der Feder von Oliver Pflug. Inhalt: Geschichten: Marianne Labisch – Profit durch Mord (2014) Uwe Voehl – Sternschnuppennächte (2008) Susanne Schnitzler – Lennie Bell beschwimmt den Teufel (2016) Susann Obando Amendt – Blendlicht (2015) Karin Reddemann – Kleiner (2015) Christian Weis – Gedankenspiele (2006) Michael Tillmann – Rationalisierungsmaßnahmen (2004) Andreas Fieberg:
Heute, Kinder, wird’s was geben (2013) Hubert Katzmarz – Der Mann, der die Wespen haßte (2000) Ellen Norten – Anmerkungen zu Der Mann, der die Wespen haßte (2016) Markus K. Korb – Fischaugen im Dämmerlicht (2004) Vanessa Kaiser&Thomas Lohwasser – Im Schatten (2015) Vincent Voss – Eine kurze Geschichte über den Tod und den Untod (2013) Artikel: Karin Reddemann – Die dunkle Muse (2016)

Hier noch das Cover zum Buch:

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3. Juni 2015

Filed under: Buchbesprechung — mluniverse @ 16:32
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Titel: Ein Pfau im Park

Autor: Tedine Sanss

Hardcover 216 Seite

(erscheint am 02.07.2015)

ISBN: 978-3-945227-14-5

Preis: 11,90 €

E-Book

ISBN: 978-3-945277-15-2

Preis: 2,99 €

Tedine Sanss führt uns zurück in das Jahr 1922. Wir begleiten den privaten Ermittler Cristóbal O‚Leary und seinen Butler, Fahrer und Sekretär in einer Person, Daniel Ffordes, auf das Landgut von Colonel Warren Banks. Erst vor Kurzem erwarb der Colonel diesen Besitz mit einem Vermögen, das er in Indien auf unbekannte Weise erlangte. Der Gastgeber lud eine illustre Runde ein, um eine Sammlung von Edelsteinen zur Begutachtung zu präsentieren:

Professor Basil Figgs, Bischof Jeremiah Cassock, der indische Prinz Quasim,

und die Journalistin und Reisebuchautorin Genevere Huntington treffen kurz nach O’Leary und Ffordes ein. Nachdem Butler Brown, Diener Fathoms,, Zimmermädchen Doreen und eine alte, seltsam schweigsame Inderin alle Gäste untergebracht haben, trifft man sich auf der Terrasse zum Tee. Das Glanzstück der Sammlung, ›Das Auge der Göttin‹ ein großer Saphir fasziniert alle Betrachter und scheint niedere Instinkte freizusetzen.

O’Leary wurde eingeladen, weil die Polizei den Colonel vor dem Meisterdieb Rhosyn warnte, der unlängst ganz in der Nähe gesehen wurde.

Gleich in der ersten Nacht stirbt der Hausherr und O’Leary wird von dem Dorfpolizisten, dessen Vorgesetzter in Urlaub ist, um Unterstützung gebeten. Nachdem ein Arzt den Leichnam seziert hat, steht fest, Banks starb keines natürlichen Todes.

Während der Ermittlungen wird so mancher Gast enttarnt und auch die Dienerschaft ist nicht, was sie vorgibt, zu sein.

In guter alter Agatha Christie Manier lässt die Autorin den Leser bald diesen, bald jenen Akteur verdächtigen. (Ich persönlich machte der Tradition ›Mörder ist, wer am unwahrscheinlichsten erscheint‹ folgend, selbst vor dem Polizisten nicht halt.)

Allerdings wird es den wenigsten Lesern gelingen, die Bösewichter alle zu durchschauen. Denn es finden sich in dieser Runde Personen, die vorgeben jemand anderer zu sein, Kunstdiebe und Mörder.

Sämtliche Charaktere erkennt der Leser schon an der Sprache. Der eine stottert, der andere spricht nur unvollständige Sätze, andere schwafeln.

Man hat diese glanzvolle Runde förmlich vor Augen:

Die Reisebuch-Autorin, die amourösen Abenteuern nicht abgeneigt ist, den Bischof, der den weltlichen Genüssen, insbesondere dem Portwein, etwas zu sehr gewogen ist, den indischen Prinzen, der nicht nur durch sein Äußeres auffällt und der trocken-langweilige Professor. O‚Leary, der durch Kajal, extravagante Kleidung und hohe Absätze ebenso besticht wie durch seinen klaren Geist, nicht zu vergessen.

Die Geschichte wird mit viel Humor von Daniel Ffordes erzählt, der mit einem Augenzwinkern alle kleinen Schwächen aufdeckt, ohne dabei je böse zu werden.

Am Ende werden alle Bösewichte gestellt, der Gerechtigkeit Geltung verschafft und der Leser mit einer mystischen Wendung überrascht.

Nicht alle Probleme werden auf die herkömmliche Art, im Sinne der Gesetzgebung, gelöst. Allerdings stimmt der Leser dem Ermittler in jeder dieser moralischen Entscheidungen zu, was eine Kunst für sich darstellt.

Obwohl dieser Roman eindeutig ein Krimi ist, finde ich die Sortierung unter ›Thriller‹ nicht ganz passend. Der Roman ist spannend geschrieben, aber er unterhält mehr, als ein Pageturner zu sein.

Die Leser, die Miss Marple oder Hercule Poirot mögen, werden auch an O‚Leary ihren Spaß haben.

Ich mochte Agatha Christie und finde, Tedine Sanss ist eine würdige Erbin. 

Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn die Autorin mich früher auf die mystische Schiene geleitet hätte. Prinzipiell gefällt es mir gut, wenn Krimi und Fantastik miteinander verwoben werden. Diese Entwicklung, besonders wenn sie zum Ende hin erfolgt, könnte allerdings von Kritikern auch für eine ›Deus ex Machina‹, eine unerwartete Person oder Begebenheit, die die Lösung bringt, gehalten werden.

Diese Kritiker sollten bitte nicht vergessen, dass ›Ein Pfau im Park‹ ein Debüt Roman ist.

Ich bin fest davon überzeugt, dass die mystische Ader im Nachfolger, den ich mir wünsche, weit früher auftauchen wird.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es jedem empfehlen, der die alten Krimis liebt, die ohne die aktuell angesagte, sehr ins Detail gehende, Gewalt auskommen.

Dieses Debüt bekommt von mir die volle Punktzahl.

Ich bin gespannt, wo es diesen Ermittler noch hinführen wird.

In einen Zug? Auf ein Schiff? Bei dieser Autorin könnte ich mir O‚Leary sogar auf dem Mond vorstellen. 

Hier das Cover:

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