ml-universe

9. Juni 2022

Exodus 44 – ein tolles Heft!

Exodus 44

ISSN: 1860-675X

Seiten 119

Preis: 15,90 €

Cover und Rückseite zieren Bilder von Thomas Thiemeyer und geben eine kleine Vorschau auf die geniale Galerie. Ich muss sagen, die Galerien in Exodus begeistern mich! Es ist einfach toll, was für Künstler hier immer wieder vorgestellt werden.

Das Cover:

Wir sehen eine Art Hafen, in den fliegende Schiffe einfahren können. Allerdings befindet dieser sich in einem Gebirge, in das Höhlen geschlagen wurden. Es gibt mehrere Zufahrten. Wie die Höhlen von innen aussehen, kann man nicht erkennen, lediglich, dass es gigantische Hallen sein müssen, denn die Menschen, die man auf der Aussichtsplattform sieht, sind winzig. Alle tragen rote Umhänge mit Kapuze. Ob sich darunter Männer oder Frauen verbergen, ist nicht zu erkennen. Neben einigen der Einfahrten befinden sich Disken, deren Funktion ich nicht zuordnen kann. Es könnte sich um Ortungs- oder Kommunikationsgerätschaften handeln.

Im Vordergrund sehen wir eine Art Brücke, die aus großen, flachen Steinen zu bestehen scheint. Wie diese Steine gehalten werden, ist nicht auszumachen. Es könnte sein, dass sie ein unsichtbares Schwerefeld an Ort und Stelle hält. Es gibt keine Sicherheitsseile. Zwischen den einzelnen Steinen klafft der Abgrund, dennoch scheint die Person, die auf einem Stein steht, keine Angst zu haben. Es könnte sein, dass diese »Brücke« durch unsichtbare Schranken gesichert wird. Bei der Person handelt es sich meiner Meinung nach um eine Frau. Ob sie die Ankunft ihres Mannes beobachtet oder womöglich auf Waren wartet, kann ich nur vermuten. Die gesamte Höhlenanlage liegt in einem Nebel, in dem Urvögel fliegen, von denen scheinbar keine Gefahr ausgeht. Ich würde gerne in eine dieser Höhlen gehen, um zu sehen, wie die Menschen hier leben.

Auf Seite 1 wirbt p.machinery für zwei seiner Bücher, auf Seite 2 überrascht eine Reklame für Soylent green. Wer den Film vor Urzeiten gesehen hat, muss unweigerlich schmunzeln, besonders, wenn behauptet wird, es handle sich um ein veganes Produkt.

Wie wir zu dieser Seite kommen, wird an keiner Stelle verraten und das ist vielleicht ganz gut so, denn es regt die Fantasie an.

Im Editorial verraten die Herausgeber, dass sie genug Einsendungen bekommen, aber durchaus noch Abonnenten brauchen könnten. Das scheint ein weitverbreitetes Phänomen zu sein.

Der Wind der neuen Zeit – Barbara Ostrop

Ein Ehepaar, das sich fremd geworden ist. Sie ist Influencerin und überzeugt ihren Mann davon, einen Umwelt Würfel zu kaufen. Als der geliefert wird, hat er ganz andere Auswirkungen als gedacht. Hat mir gut gefallen und war locker und humorvoll geschrieben.

Die Illu stammt von Gerd Frey und kommt ohne Personen aus.

Beetles – Norbert Stöbe

Unter den Kindern sind Beetles der letzte Renner. Es sind kleine, bunt schillernde künstliche Käfer. Sie beantworten Fragen mit »Ja« oder »Nein«, deshalb wird ihnen Verstand unterstellt. Als Lea die falsche Frage stellt und ihren Eltern verrät, was ihr Beetle geantwortet hat, tritt sie eine Lawine los.

Die Story ist natürlich etwas überzogen, bringt aber auf den Punkt, wie heutzutage häufig aus Mücken Elefanten gemacht werden und treibt das auf die Spitze. Hat mir außerordentlich gut gefallen.

Die bunten Käfer von Frauke Berger passen gut zur Story und nehmen die Handlung nicht vorweg.

Auf Sendung – Thomas Kolbe

Ein alter Professor soll Radioanrufern helfen, ihre Probleme zu lösen, aber er spricht in einem solchen Fachchinesisch, dass man von Hilfe nicht wirklich reden kann. Die Story hat mich an Radio Eriwan erinnert, obwohl die Antworten des Professors nicht mit der typischen Floskel begannen.

Ob es dem Autor in erster Linie um den ratlosen Sternenbesitzer, den Rundfunkmann oder den Professor ging, konnte ich nicht ausmachen.

Das Studio von Gerd Frey sieht schön altmodisch aus, aber den Professor hatte ich mir anders vorgestellt. Auf dieser Illustration sieht er aus, als wüsste er nicht, was er sagt, in der Story hatte ich einen anderen Eindruck.

Flucht aus dem Fluidum – Hans Jürgen Kugler

Ein Raumschiff findet sich unverhofft in einer seltsamen Masse wieder. Vermutlich ticken der Autor und ich ähnlich, denn ich vermutete relativ schnell, um was für eine Flüssigkeit es sich hier handeln könnte. Die Story war gut, unterhaltsam und lustig geschrieben.

Die Illus von Jan Hoffmann passten gut.

Perfect Matsch – Christoph Grimm

Es geht um Datendiebstahl und um eine Partnerbörse. Die Story ist gut geschrieben und weiß zu unterhalten, aber ich ahnte besonders nach der Illustration von Mario Franke, wer hinter allem steckte.

Das Bild von Mario Franke passt perfekt zur Story. Ein Ehepaar streitet sich lautstark und vor ihnen sitzt die Tochter und versucht das Geschehen auszublenden. Toll getroffen.

Die Grenze der Welt – Aiki Mira

Kat hat lange Zeit auf dem Mond als Kriegerin gedient. Als Invalidin arbeitet sie nun im Exoskelett in einer gigantischen Baumaschine und ist sich selbst genug. Eines Tages kommt ein kleiner Junge sie besuchen, der ebenso einsam zu sein scheint wie sie. Entgegen ihrer Vorschriften, lässt sie ihn gewähren. Beim Spiel auf der Baustelle droht er zu verunglücken und kann nur von Kat gerettet werden.

Diese Story geht tiefer als die anderen bislang. Sie thematisiert die Nöte und Leiden von Kriegsrückkehrern auf der einen Seite, auf der anderen geht es um Menschen, die sich (künstliche) Kinder kaufen und sie nicht besser behandeln als echte. Und es geht um die Empathie einer Frau, die nicht mehr glaubt, dass sie zu welcher fähig ist. Es geht um ein künstliches Wesen, das sich den Maschinen näher fühlt als den Menschen. Im übertragenen Sinn geht es darum, dass Menschen, die anders sind, ausgegrenzt werden. Immer noch. Eine Geschichte, die man immer wieder lesen kann und wahrscheinlich immer wieder neue Aspekte entdecken wird.

Das künstliche Auge von Jörg Martin Munsonius ist handwerklich sicher gut gemacht, aber der Zusammenhang zur Story ist in meinen Augen ein wenig dürftig.

Marys Zimmer – Ulf Fildebrandt

Ein Arzt kommt auf einer Raumstation an und muss gleich einen Notfall behandeln, was ihm erfolgreich gelingt. Allerdings hat die Behandlung der Außerirdischen Nachwirkungen, die er nicht wieder loswird. Er sucht den Fehler zuerst bei sich und will schnell zurück zur Erde, weil er denkt, dort könnten seine Empfindungen wieder normal sein, aber seine Chefin klärt ihn auf.

Ich fand die Geschichte gut erzählt und hätte mir gewünscht zu erfahren, wie der Arzt nun mit seinen neuen Fähigkeiten umgeht. Gewöhnt er sich daran oder überfordern sie ihn langfristig? Nun ja, die Story kann ja fortgesetzt werden.

Die Raumstation, die Detlef Klewer hier in Auszügen präsentiert, macht Lust, auf Erkundungstour zu gehen.

Talion – Roland Grohs

Ein Vollstrecker sucht Missetäter auf und tut ihnen das an, was diese ihren Opfern zugefügt haben. Eine Idee, die Stoff für einen Roman böte. Erschreckend fand ich, dass auch vor Kindern nicht halt gemacht wurde. Mich hätte interessiert, woher der Vollstrecker von den Verbrechen weiß und was er beim Bestrafen empfindet. Irgendwie bleibt der Mann blass. Er scheint sich keine Gedanken über seinen Job zu machen, geht einfach davon aus, dass seine Auftraggeber nicht irren. Meiner Meinung nach wäre die Story ohne die sogenannten Retardienten besser gewesen, denn es sind Menschen und der Vollstrecker mag sie nicht wie andere Menschen behandeln. Ob der Autor sich hier gegen Inklusion aussprechen möchte oder nur ungeschickt agiert, kann ich nicht beurteilen, aber für mich hat die Geschichte ein Geschmäckle.

Das Bild von Erxleben passt perfekt und gibt eine Szene aus der Story wieder.

Die wunderbaren Welten des Thomas Thiemeyer

Das Vorwort von Udo Klotz fand ich sehr respektvoll und gelungen. Es zeigt, dass ihm die Bilder wirklich gefallen. Ich werde auch auf die einzelnen Bilder eingehen, weil sie mir so gut gefallen und eine Würdigung verdient haben.

Die Mauer des Schlafs

Eine Art Kanal, aber mit vielen Kurven schlängelt sich durchs Bild, aber anders als in der Realität befindet er sich in schwindelerregenden Höhen und wird von Segelschiffen befahren. Der Titel des Bildes lässt vermuten, dass dieser »Hochkanal« von Menschen angelegt wurde und der Abschluss einer gigantischen Mauer ist. Von der Mauer sieht man nichts mehr, denn die Vegetation hat sich überall breitgemacht. Innerhalb des üppigen Grüns muss es eine Zivilisation geben, davon zeugen neben den Booten auch Türme, die sich in regelmäßigen Abständen vom Boden erheben. Ob es Verteidigungsposten sind? Ausgucke? Unterkünfte für Gärtner, die das Grün im Zaum halten? Auch hier fliegen Vögel durchs Bild, aber es scheint sich um »normale« Vögel zu handeln. Der Hintergrund wird von Nebel verschleiert. Ich möchte mit dem Segelboot in diese Welt fahren und sie erkunden.

Meine Freunde, die Roboter

Im Hintergrund wird eine große Stadt mit Hochhäusern angedeutet. Im Vordergrund sitzt ein Roboter mit untergeschlagenem Bein auf einem Felsen und prostet dem Betrachter mit einer Flasche Bier zu. Sein Kopf ist geneigt, als sei er sich nicht ganz sicher, wie wir reagieren. Zwischen Roboter und Stadt befindet sich ein Wald, der vom Roboter gepflegt werden könnte, denn auf mich macht er den Eindruck, als genieße er sein Feierabendbierchen. Der Himmel ist in leuchtendem Blau gehalten und die Bäume wirken total realistisch. Ich würde mich gerne zu dem Roboter gesellen und mich ein wenig mit ihm unterhalten.

Zu den Buchcovern sage ich nichts, weil ich die Bücher nicht kenne.

Die große Sphinx

Der Künstler sagt, das Bild sei von dem Roman »Die Zeitmaschine« inspiriert worden. Mich erinnert das Setting an eine Steampunkstory, wahrscheinlich durch die altertümliche Kleidung des Mannes, der neben einem offensichtlich nicht mit Dampf betriebenen Gefährt steht. Er sieht aus, als gehörte er nicht in die Welt, in der er soeben angekommen zu sein scheint. Er steht vor einer Art Tempel, der von einer großen Sphinxstatue bewacht wird. Das Tor darunter ist von Menschen erbaut und führt in eine Welt im Stein oder unter der Erde.

Die Sphinx macht keinen einladenden Eindruck, ich würde deshalb vorziehen, die Natur rundherum zu erkunden. In der Ferne sehen wir einen gewaltigen Wasserfall und hohe Berge. Selbst auf die Entfernung muss das Wasser einen Mordskrach verursachen. Eine gelungene Umsetzung des Themas.

Fernes Licht

Ich liebe dieses Bild, was kein Wunder ist, wenn man meine Lieblingsfarbe blau kennt. Im ersten Moment habe ich an eine Unterwasserwelt gedacht, aber ich schätze, es ist nur ein von Wesen – ob es Menschen sind? – bewohnter Dschungel. Es gibt eine Sternwarte in der Bildmitte, in die eine Person eintritt und eine andere hinter einem Fenster sitzt. Davor und dahinter befinden sich Wohn- und/oder Arbeitskugeln, in denen sich Personen aufhalten, denn die Fenster sind alle beleuchtet. Im Vordergrund sehen wir einen Parkplatz für fremdartige Gefährte. Die Straßenbeleuchtung zwingt einen dazu, zwei Mal hinzusehen, denn im ersten Moment vermutet man einen Fehler, der allerdings keiner ist. Die Laternen stehen mit der Leuchtlängsseite parallel zur Straße, anstatt wie bei uns üblich in die Straße zu ragen. Obwohl ich dieses tiefe satte blau sehr mag, würde ich diese Welt gerne bei Tage sehen.

Maelstrom

Es ist beeindruckend, wie gekonnt Thomas Thiemeyer Wasser und Wolken darstellen kann. Wie professionell er Blau- und Grüntöne mischt, wie er Licht und Schatten erzeugt. Dieses Bild zeigt einen großen Brocken Land mit Häusern darauf, der in der Luft schwebt. Er scheint irgendwo herausgebrochen worden zu sein. Dieses Ereignis muss gerade erst geschehen sein, denn es fallen noch Brocken ins darunter befindliche Wasser. Im Vordergrund sehen wir ein Luftschiff anderer Bauart, als wir gewohnt sind. Dieses sieht aus wie ein Segelschiff, aber anstelle der Segel befindet sich ein länglicher Ballon. Daher gehe ich davon aus, dass es für die Luft konstruiert worden ist. An Bord befindet sich ein Mann, der es lenkt. Man weiß nicht, ob dieses Landstück sein Ziel gewesen ist, aber man vermutet, dass er es ansteuern wird. Unter ihm sehen wir den titelgebenden Malstrom, der gigantische Wassermassen in einen Strudel zieht. Man weiß, dass derjenige, der hier abstürzt, verloren ist. Hier begnüge ich mich mit dem Betrachten. ;-)

Das Tor der Weisheit

Dieses Tor hat gigantische Ausmaße und man muss viele Stufen erklimmen, bis man hindurch ist. Dahinter lockt ein heller Planet an einem blauen Himmel. Einige Personen in roten Umhängen befinden sich auf den Stufen. Alle gehen hinauf, hinunter kommt keine. Es scheint eine Einbahntreppe zu sein. Auf beiden Seiten des Tors stehen Bäume, die im Vergleich winzig wirken und bei denen man sich fragt, wie sie auf bloßem Stein existieren können. Ich beneide den Maler um seine ruhige Hand. Hier sind alle Linien exakt und akkurat gezogen auf den Millimeter genau.

Wie sieht denn nun diese Weisheit aus und was stellen die Menschen mit dieser Erkenntnis an?

Die Legende von Eden

Ein Planet, auf dem zumindest irgendwann einmal Menschen gewohnt haben müssen, denn ein fremdartiges Echsenwesen mit menschlichen Anteilen sitzt auf dem Kopf einer Menschenstatue und macht Rast. Er scheint tief in Gedanken versunken zu sein. Er befindet sich in einer Welt, die von Lebewesen bewohnt wird, die in riesigen Bauten/Gebäuden leben. Es sieht aus, als müsste man in dieser Welt ein guter Kletterer sein, denn es gibt diese großen Bauten und tiefe Schluchten. Die Vegetation sprießt hier nur sporadisch. Von dem Wesen im Vordergrund scheint keine Gefahr auszugehen. Leider bin ich nicht fit genug, um mich ihm anzuschließen, aber ich hoffe, dass er freundlich aufgenommen wird.

Midworld I

Ein fantastischer Urwald, in dem Fische neben Vögeln fliegen, Bäume Wohnungen ausbilden und ein Mann, der an Tarzan erinnert, sich zu orientieren sucht. Es sieht aus, als sei ihm diese Umgebung neu und als wüsste er nicht, von welchen Bewohnern ihm Gefahr droht. Im Hintergrund schweben ein paar Kugeln, von denen ich nicht sagen kann, ob es Lebewesen sind oder ob sie welche beherbergen. Im Großen und Ganzen macht der Wald auf mich keinen bedrohlichen Eindruck, obwohl auch hier Nebel herrscht, in dem sich alles Mögliche verbergen könnte …

Midword II

Noch ein Urwald, aber dieser ist eindeutig von Menschen und menschenähnlichen Wesen bewohnt, die sich gegenseitig nicht recht geheuer zu sein scheinen. Jedenfalls beobachtet eins dieser fremdartigen Wesen die Ankunft eines Luftseglers, der viele Menschen transportiert hat. Die Passagiere gehen gerade von Bord. Urzeitvögel fliegen herum und schenken weder den Menschen noch den anderen Wesen Aufmerksamkeit. Im Hintergrund finden sich wieder Kugeln, die zu weit entfernt sind, um zu erkennen, ob sie dem Transport dienen oder wozu sie sonst gut sein könnten. Auf einem Ast in der Bildmitte befindet sich eine Art Burg. Ich kann mich täuschen, aber mir kommt die Szene vor wie die Ruhe vor dem Sturm. Einmal mehr herrscht Nebel.

Pacifica

Pacifica ist eine gigantische künstliche Insel, die einer Megacity entspricht. Es gibt diverse Wohn- und Geschäftsgebäude, Vegetationsplattformen und mehr, das sich hinter hohen Platten verbirgt. Diese Stadt wird von Segel-Maschinenbooten und Fluggefährten angesteuert. Es könnte sein, dass es mehrere solche Städte gibt und man sich gegenseitig besucht, aber ich habe eher den Eindruck, als kämen die Neuankömmlinge von anderen Plätzen. Vielleicht von den letzten Restchen Erde, die noch nicht überschwemmt sind? Für Flüchtlingsboote sind sie allerdings zu klein und zu luxuriös. Vielleicht gibt es auch kleinere diese schwimmenden Inseln und deren Bewohner kaufen hier ein?

Himmel und Wasser sind wieder einmal total perfekt gemalt und faszinieren mich erneut.

Lemuria

Ein Planet, der von Lemuren bewohnt wird und auf dem Tourismus eingesetzt hat? Hier gibt es gigantische Gebirge und viel Wald, und obwohl nichts auf eine Zivilisation jenseits des septisch dreinblickenden Lemuren im Vordergrund zeugt, sind große Flugsegler unterwegs, bei denen ich davon ausgehe, dass sie Menschen transportieren, aber das Bild gibt diese Vermutung nicht her. Es könnte auch sein, dass es die Lemuren oder noch andere Wesen waren, die diese Schiffe bauten. Ich muss mich korrigieren. Wenn man genau hinsieht, erkennt man auf der linken Seite eine Hängebrücke zwischen zwei Höhlen, die sehr wohl auf eine Zivilisation in den Bergen hinweisen. Jetzt bin ich doch neugierig auf diese Welt geworden.

Am Ufer der Zeit

Der Meeresspiegel ist so weit gestiegen, dass die Freiheitsstatue bis zu den Amen im Wasser verschwunden ist. Im Vordergrund sieht man einen Mann, eine Frau und ein Pferd, die Rast am Ufer machen. Der Mann kniet im seichten Wasser. Ob er der Statue huldigt? Könnte sein. Es sieht auf jeden Fall nicht so aus, als gäbe es noch viele Menschen, denn der Strand ist bis auf die drei genannten Wesen völlig leer. Keine Buden, keine Handtücher, keine Menschen, nicht einmal Möwen.

Die Reise der Morning Dawn

Ein Cover zu »Wizard of the coast« von Rich Wulf. Ich kenne den Roman nicht, daher beschränke ich mich auf das Bild.

Die Morning Dawn scheint ein großer Luftsegler zu sein, der wohl viele Menschen transportiert. In der Bildmitte befindet sich das Ziel. Eine große, bewohnte Insel, auf der sich eine Megacity befindet. Mit vielen Brücken ist diese Insel mit dem Festland verbunden. Die Häuser sehen altertümlich aus, weshalb ich vermute, dass wir uns auf einem anderen Planeten befinden. Wolken, Wasser und Land sehen aus wie auf der Erde.

Foundation und Jupter

Beides Cover zu Romanen, die mir sehr gut gefallen, wobei Jupiter mit seinen warmen Gelb-, Ocker-, Gold- und Orangetönen völlig anders gehalten ist als die anderen Bilder.

Der stille Fluss

Eine Welt, in der die Bauten in der Mitte nicht so recht mit den Personen im Vordergrund übereinzustimmen scheinen. Die Gebäude sind futuristisch gestaltet, aber die Menschen tragen altertümliche Kleidung. Ob die Türme aus längst vergangenen Zeiten stammen, kann man nur vermuten.

Es sieht so aus, als seien die Menschen mit Wäschesäcken gekommen, um zu waschen. Der seichte Fluss scheint dafür bestens geeignet, aber der Marsch hierher scheint mühsam gewesen zu sein, denn die Menschen rasten vor der Arbeit. Es könnte auch sein, dass sie nach getaner Arbeit rasten, bevor sie sich auf den Heimweg machen. Auf mich macht es den Eindruck, als gäbe es nicht mehr allzu viele Menschen in dieser Welt.

Der Pfad des Jägers

Witzigerweise ist Australien nicht im Wasser verschwunden, sondern das Wasser drumherum. Wir sehen die Oper in Sydney mitten in einer Wüste. Ein Autowrack und zwei Tanksäulen zeugen davon, dass es hier einmal eine Zivilisation gegeben hat, die sich mit den geänderten Bedingungen arrangiert hatte, aber von diesen Menschen scheint nicht viel übrig geblieben zu sein, denn weit und breit ist keiner von ihnen zu sehen. Lediglich ein alter Ureinwohner kommt uns entgegen. Die habe schon immer verstanden, im Einklang mit der Natur zu leben und scheinen das immer noch zu können. Für mich ein eindringlicher Appell uns mal näher mit den Weisheiten der Naturvölker zu beschäftigen, die von uns oft belächelt werden und doch so viel mehr wissen als wir. Toll!

Planet der Habennichtse und Shadowbridge sind wieder zwei Buchcover.

Wolkenturm

ist ebenfalls ein Cover und zwar von Nova 1. Bei dem Wort Wolkenturm denke ich sofort an den Turmbau zu Babel, aber mit dem hat dieser Turm hier nichts gemein, außer dass er hoch ist.

Es scheint weitere Türme zu geben, die bis in die Wolken tragen und sie scheinen nicht für jedermann zugänglich zu sein, denn es gibt Aussichtsplattformen, von denen aus man die Riesen bewundern darf. Die Brüstungshöhe der Plattform erscheint mir nicht gerade sicher zu sein, aber in der Zukunft, in der wir solche Bauwerke erstellen, gibt es bestimmt auch unsichtbare Brüstungen. Der Himmel und die Wolken sind wunderschön.

Gerne würde ich all diese Bilder einmal im Original sehen, denn ich denke, dass sie groß noch viel schöner sind und ich könnte mir gut vorstellen, auch zu diesen Bildern eine Anthologie herauszugeben, mit Geschichten, die von ihnen inspiriert wurden.

Lord Tophet auf der Rückseite

Noch ein Bild, das durch seine Blau- und Grüntöne besticht und durch das gekonnte Spiel von Licht und Schatten. Wir sehen eine monströse Art von Brücke, die übers Meer gebaut wurde. Ob sie allerdings dem Transport von Menschen und/oder Gütern dient, darf bezweifelt werden, denn sie ist an manchen Stellen regelrecht durchscheinend. In (unregelmäßigen) Abständen befinden sich unterhalb und neben der Brücke Disken, deren Funktion unklar ist, aber wenn es in dieser Welt die Teleportation geben sollte, könnten sie durchaus dazu dienen, Ladungen zu löschen. Unterhalb der Brücke befindet sich ein kleines Boot. Ob es sich hierbei um einen Fischer handelt, oder um jemanden, der einen Ausflug macht, wird nicht klar. Auf mich macht das Boot einen verlorenen Eindruck, denn es scheint weit und breit kein weiteree Mensch in Sicht. Nur die Vögel, wahrscheinlich Möwen, leisten ihm Gesellschaft. Ich könnte mir vorstellen, dass die Brücke ihn angelockt hat, aber ich glaube nicht, dass er hier auf andere Menschen treffen wird.

Liebes Exodus Team, ich danke euch für diese tolle Galerie.

42 Milliarden Jahre – Peter Schattschneider

Ein Forscherteam versucht dem Ursprung von Leben per Simulation auf den Grund zu kommen. Einer von ihnen hat es so eilig, dass er die Geschwindigkeit heimlich erhöht und damit ein Chaos auslöst.

Die Grafik von Thomas Franke passt gut zur Story.

Sehen – Moritz Greenman

Ein Mädchen soll über das weitere Schicksal der Menschheit entscheiden und wird für diesen Zweck ausgebildet. Diese Geschichte ist gut geschrieben und hat mich unterhalten.

Mario Frankes Illustration greift gekonnt Elemente aus der Story auf, ohne etwas zu verraten.

Minerva – Angelika Brox und Yvonne Tunnat

Mara-Lena hatte mal wieder einen Unfall und kommt mit ihren Eltern aus dem Krankenhaus. In der nächsten Zeit kann sie ihr Speedboard vergessen, wenn es nach ihrer Mutter ginge, müsste sie es sogar verschrotten. Da sie nun erst einmal ans Haus gebunden ist, muss sich auf andere Weise beschäftigen und so lässt sie sich von der Haus-KI Bilder zeigen und schwelgt in Erinnerungen. Aber plötzlich tauchen Bilder auf, an deren Entstehen sie sich nicht entsinnen kann. Nach und nach erfährt das Mädchen, was es mit diesen Bildern auf sich hat und die Autorinnen nehmen den Leser gekonnt mit auf diese Reise.

In Zeiten, in denen Kinder, die nicht der Norm entsprechen, gerne auch mal mit Medikamenten »angepasst« werden, hat mir diese Geschichte ausgesprochen gut gefallen und die KI aus der Geschichte auch selbst Erkenntnisse zieht, fand ich überaus sympathisch.

Die beiden Illus von Jaana Redflower passen perfekt und haben mir supergut gefallen.

Der Nachrichtenmacher – Uwe Hermann

Was, wenn du heute in der Zeitung liest, dass du morgen stirbst? Genau das passiert dem Protagonisten in dieser Geschichte. Natürlich versucht er das Schicksal von sich abzuwenden. Wie er das anstellt und ob er Erfolg hat? Das verrate ich natürlich nicht. Ich mag prinzipiell Uwe Hermanns Art von Humor, der nie mit dem Holzhammer verabreicht wird. Ich mag seine Ideen und ich mag, wie der sie umsetzt. Absolut lesenswert.

Die Illustration von Oliver Engelhard hat mich erst erstaunt, denn ich habe mir diese Familie anders vorgestellt, aber er schafft es doch, die gespielte Angst um den Vater umzusetzen.

Typ 4 – Nicole Hobusch

Eine junge Rebellin ist auf Beutezug in einem bereits geplünderten Supermarkt und entdeckt eine Leiche.

Zum Ende hin gab es einen Perspektivwechsel, den viele Leser als gelungen empfanden, mir hat er nicht so gut gefallen, denn ich hatte mich mit der Hauptperson identifiziert. Aber hier sieht man einmal mehr, dass Geschichten unterschiedlich bewertet werden und alles Geschmackssache ist. Handwerklich hatte ich jedenfalls nichts auszusetzen.

Das Bild von David Staege ist comicartig bunt gehalten, passt aber sehr gut.

3. Dezember 2021

Der Einfluss von Exodus 43

Filed under: Buchbesprechung,Rezensionen — mluniverse @ 17:46
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Exodus 43

Diese Ausgabe des Exodus Magazins ist die erste, die ich überhaupt in Händen halte und ich bin von der Qualität begeistert. Front- und Backcover machen direkt Lust auf die Galerie, die dann auch nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil!
Was mich als Malerin und Zeichnerin echt überrascht, ist, wie viele Details Hubert Schweizer auf Din A 4 Papier mit Bleistift festhalten kann. Sagenhaft. Seine schwarz/weiß Zeichnungen sind schon wirklich toll, aber noch mehr haben es mir seine farbigen Bilder angetan. Er geht wirklich virtuos mit Farbe um, er schafft weiche Übergänge ebenso wie Kontraste. Man glaubt, man könnte in seine Bilder eintauchen, diese fremden Welten selbst erkunden.

Nun zu den Storys:
Vorsicht Synthetische Leben von Aiki Mira mit einer Illustration von Stas Rosin

Eine Frau und ein Mann leben zusammen. Er arbeitet in Teilzeit im Home-Office, sie ist die ganze Woche unterwegs. Zum Geburtstag schenkt sie ihm einen Biosenti, ein künstliches Lebewesen, das ich als Kindersatz wahrgenommen habe. Diese Biosentis sind groß in Mode, fast jeder, der überwiegend zu Hause ist, besitzt einen. Als pflegeleicht würde ich sie nicht gerade bezeichnen, so müssen sie zum Beispiel die ganze Zeit über am Körper getragen werden.
Spoiler, bitte nicht lesen, wenn die Story noch gelesen werden soll:
Als die Frau am Wochenende nach Hause kommt, erzählt sie ihm, dass sie ihre Transformation zum Mann in die Wege gleitet hat und sich sich darauf freut, weil sie hofft dann erst als vollwertiges Wesen in der Arbeitswelt anerkannt zu werden.

Im Prinzip kann man diese Story getrost als Horror bezeichnen, denn wenn wir als Gesellschaft in der Zukunft immer noch nicht weiter sind, dann ist wohl Hopfen uns Malz verloren. Mir ist bislang noch keine Story untergekommen, die in Sachen Gleichberechtigung ein dermaßen schwarzes Bild malt. Es gibt genug Geschichten, in denen Frauen die schlechten Angewohnheiten von Männern übernommen, diese teilweise sogar überzogen haben, aber eine Story, in der das Gewohnte bleibt und schlimmer wird? Nein, ich kenne keine und vielleicht ist es das, was sie so nachhaltig im Kopf kreisen lässt? Meiner Meinung nach ragt diese Story aus der Masse heraus und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie auf einigen Nominierungslisten landen wird.

Die Illustration von Stas Rosin hat mir sehr gut gefallen. Sein Biosenti ist so süß, dass ich es mir auch auf den Rücken schnallen würde.

Das Ding von Norbert Stöbe mit einer Illustration von Oliver Engelhard

Karlo lebt in einem modernen Wohnsilo, in dem Tausende von Leuten untergebracht sind, die sich alle nicht über den Weg laufen, weil das Leben inzwischen nur noch innerhalb der eigenen vier Wände stattfindet. Erwin, sein Haushaltsroboter ist zwar nicht mehr das allerneuste Modell, aber die im Haushalt anfallenden Arbeiten erledigt er noch zuverlässig.
Eines Tages wird ein Ding angeliefert, das weder Erwin noch Karlo bestellt haben. Es sieht aus wie ein unbestimmter Flatschen. Es handelt sich um ein künstliches Lebewesen. Da Karlo es nicht bestellt hat, hat er auch keine Lust, sich großartig damit zu beschäftigen und verbannt es in einen Schrank, wo das Ding dermaßen anfängt zu stinken, dass er es schnell wieder herausholt. Dann sieht es so aus, als würde es sein Leben sabotieren, zuerst wird der Kochautomat geschrottet und Karlo muss lernen, selbst zu kochen. So geht es gerade weiter. Obwohl Karlo zuerst den angestammten Luxus vermisst, so stellt er doch fest, dass selbst gekochtes Essen weit schmackhafter ist. Außerdem kann er sich mit dem Ding besser unterhalten als mit dem Auslaufmodell Erwin.
Spoiler:
Gerade, als Karlo das Ding als Gesprächspartner oder sogar Freund akzeptiert, wird es wieder abgeholt. Allerdings rät es Karlo zuvor noch, mal wieder mit seinem mechanischen Hund spazieren zu gehen, was Karlo dann auch gleich macht.

Die Welt die der Autor und dann schildert ist verkommen, verwahrlost und macht einen trostlosen Eindruck. Für mich ein grandios gelungenes Stück Gesellschaftskritik in Corona Zeiten, in denen die Vereinsamung deutlich zunimmt und nicht viel Fantasie dazu gehört, sich vorzustellen, dass wir alle uns irgendwann daran gewöhnt haben werden, und nicht mehr den Drang verspüren, unsere Wohnungen zu verlassen. Die Geschichte gehört für mich auf sämtliche Nominierungslisten und hat meiner Meinung nach das Potenzial etliche Preise zu gewinnen. Mich hat sie jedenfalls voll abgeholt.

In der Illustration kommt die Überraschung des Protagonisten gut rüber.

Der lange Weg zur Schöpfung von Elena L. Knödler mit Illustrationen von Jaana Redflower

Ein Raumschiff befindet sich auf dem Weg zu einem Schwarzen Loch, in das es eintauchen wird. Die Besatzung an Bord muss sich mehreren Operationen unterziehen, um die Körper an die Gegebenheiten anzupassen. Bis auf eine Ausnahme – die Pilotin – gehören sie alle einem Orden an. Es gibt Leute, denen das Unternehmen auf den letzten Drücker doch zu heiß wird, die sich deshalb verabschieden. Es bleiben nur wenige übrig, die sich auf den Weg machen.

Geschichten, egal, ob kurze oder lange, sind immer Geschmackssache und diese Story wird wahrscheinlich ihre Liebhaber finden, aber mein Fall ist sie nicht, obwohl sie gekonnt geschrieben ist und man sich fragt, was wohl in dem Schwarzen Loch passieren wird, aber bevor wir dort sind, ist die Geschichte schon zu Ende. Sie lässt mich ein wenig ratlos zurück.

Die Illustrationen von Jaana Redflower haben mir gut gefallen, sie skizziert eher, als sie zeichnet, aber das so gekonnt, dass man die Stellen gut erkennen kann.

IQ 187 von Roman Schleifer mit Illustrationen von Frauke Berger

Ein zwölfjähriges Mädchen ist aus dem Fenster im vierten Stock seiner Schule in den Tod gesprungen. Bevor es das tat, hat ihr ein Mitschüler etwas ins Ohr geflüstert. Alaska Jansen wird mit der Klärung des Falles beauftragt und kann sich somit von seinem freien Tag, den er am Wannsee mit Musik und ausgelassenen Leuten verbringen wollte, verabschieden. Auf dem Video, das den Vorgang wiedergibt, sieht es so aus, als hätte der Junge, das Mädchen hypnotisiert und daher befragt Alaska einen angesehenen Psychotherapeuten, der mit Hypnose arbeitet.
Die Geschichte hat mir gut gefallen, weil ich auch in ihr wieder ein Stück Gesellschaftskritik sehe. Ein Junge aus guten Haus, der einen IQ von 187 hat, weiß sich nicht anders zu helfen, als jemanden in den Tod zu schicken um, – Achtung Spoiler – die Aufmerksamkeit seines Vaters zu erlangen.
Werden nicht wirklich heutzutage viele Kinder behandelt wie kleine Erwachsenen, die ihre Aufgabe zu erfüllen haben, die fleißig lernen, dem Leistungsdruck standhalten und ihre Freizeit vorm PC verbringen müssen? Gibt es noch gemeinsame Zoobesuche mit den Eltern?

Die Illustrationen von Frauke Berger haben was Mangamäßiges, sind leicht und locker und gefallen mir auch sehr gut.

Cthulhu Lucha Libre von Christian Endres mit einer Illustration von Michael Vogt

Jahrmarktsatmosphäre. Ein Budenbesitzer fordert die Dorfbewohner heraus mit seinem starken Mann zu kämpfen. Es geht um eine satte Börse. Der Einzige, der die Herausforderung annimmt ist ein Shoggothe, ein Gestaltwandler.
Eine kleine Hommage an Lovecraft.
Das Bild von Michael Vogt fängt die Jahrmarktsatmosphäre perfekt ein.

Das verlorene Kapitel – Aus dem Tagebuch des Schiffsjungen mit Illustrationen von Hubert Schweizer

Wir befinden uns an Bord der Nautilus und die Mannschaft kämpft gegen einen Riesenkraken. Sie gehen als Sieger hervor und der erbeutete Arm des Wesens wird als Abendessen gereicht.
Am nächsten Morgen wird unser Schiffsjunge von der Besatzung nicht mehr wahrgenommen. Einzig mit Kapitän Nemo kann er sich noch verständigen. Gemeinsam versuchen sie, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Hm, wie weiter oben schon gesagt, Geschichten sind immer Geschmackssache. Diese hier trifft meinen leider nicht. Wenn Autoren versuchen einen altertümlichen Ton zu treffen, weil sie sich an Klassikern orientieren, das aber nicht schaffen, wirkt sich das meistens nachteilig auf den Lesegenuss aus. Dann kommt hinzu, dass mit dem Ausgang dieser Story, der Ausgang des Originals unmöglich wird, was ich persönlich als Jules Verne Freund nicht gutheißen kann.

Die Illustrationen entschädigen für die schwache Story.

Das Labyrinth von Emil Kaschka mit einer Illustration von David Staege

In einem Königreich wächst ein Junge heran und weiß nicht so recht, was er werden soll. Es scheint nur zwei Möglichkeiten zu geben. Entweder ein Ritter oder ein Buchmeister. Obwohl es ihn mehr zum Buchmeister zieht, mag er die Entscheidung noch nicht treffen, viel mehr interessiert ihn das Labyrinth, das für alle Bewohner des Königreiches Tabu ist. So macht er sich eines Tage klammheimlich daran, das Labyrinth zu erkunden. Die Geschichten, nach denen es noch nie jemand geschafft hat, zurückzukehren, irritieren ihn nicht. Er glaubt, er könnte der erste sein.
Hier lässt der Autor dem Leser viel Platz für eigenen Interpretationen. So könnte man seine Suche nach dem Ausgang zum Beispiele als eine Suche nach sich selbst sehen. Die Geschichte wird ruhig und langsam erzählt.

Ganz am Rande von Ralf Krohn mit einer Illustration von Mario Franke

Ein Maler auf einer einsamen italienischen Leuchtturminsel hält sein Motiv gekonnt fest. Über ihm haben sich eine Handvoll Wissenschaftler einquartiert, die seltsame Experimente durchführen. Eines Tages kommt es zu einem übernatürlichem Ereignis.
Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, auch weil der Maler so bildhaft und lebendig geschildert wurde. Er, der Laie, der mit diesen wissenschaftlichen Experimenten nichts am Hut hat, wird zum edlen Retter. Er durchschaut sogar die Hintergründe als erster. Routiniert geschrieben und fesselnd.

Die Illustration von Mario Franke passt perfekt.

Department for Special Purposes von Moni Schubert mit Illustrationen von Michael Vogt

Jake, ein zwölfjähriger Junge, verdient sich in einer Kneipe ein paar Dollar zum Taschengeld hinzu. Wir schreiben das Jahr 1941. Von einem netten Soldaten bekommt er immer die von allen ausgelesenen Superman Comics und verschlingt diese regelrecht. Als 1947 ein Farmer seltsame Gegenstände auf seinem Land findet und andere Leute von UFO Sichtungen berichten, ist Jake zufällig dabei, wie diese Teile vom Militär konfisziert werden. Wir begleiten Jake auf seinem Weg vom Militär über das Department for Spezial Purposes bis in den Ruhestand.
Die Roswell Story einmal anders erzählt. Ich fand sie unterhaltsam, auch wenn sie eher behäbig daher kommt und alles auf die Pointe hinausläuft.

Die Illustrationen passen perfekt.

Meine künstlichen Kinder von Thomas Grüter mit Illustrationen von Michael Vogt

Um Menschen und Kis aneinander zu gewöhnen, ist man dazu übergegangen ihnen das Aussehen von ca. zehn bis zwölfjährigen Kindern zu geben. Wie echte Kinder auch, sind sie schon mal zu Späßen aufgelegt. Clive kümmert sich liebevoll um seine beiden Kis und hofft, dass sie herausfinden, ob seine alte Flamme wirklich hergekommen ist, um ihr Habitat für ihr Konsortium zu kaufen. Dabei kommt es zu einem Unfall.
Die Story ist vielschichtiger, als es in dieser Zusammenfassung rüberkommt. Die Geschichte mit ihrem Warnhinweis, ohne erhobenem Zeigefinger, hat mir sehr gut gefallen und bringt einen zum Nachdenken.

Die Illustrationen von Michael Vogt sind schlicht gehalten, passen dennoch perfekt.

Copycabana von Andreas Debray mit einer Illustration von Nicole Erxleben

Die Menschen besitzen zwar noch einen Körper, aber das scheint nur eine Übergangslösung zu sein, denn das ganze Leben findet virtuell statt. Aber auch da kommt es hin und wieder zu Störungen.

Unterhaltsame und humorvolle kleine Story.

Die Illustration gefällt mit sehr gut.

Fazit:

Ein sehr unterhaltsames Magazin, das mit guten Storys ebenso zu überzeugen weiß, wie mit der grandiosen Galerie.

Diese Galerie hat mich dazu bewogen, auch mal wieder auf Leinwand zu arbeiten:

5. August 2020

Jetzt zum vergünstigten Preis vorbestellen!

Bis zum 30.09. könnt ihr die neue Anthologie des Hinrkost Verlages für 28,00 Euro vorbestellen. Ab dem 1. 10. wird das Buch zum regulären Preis von 32, 00 Euro erhältlich sein. Es wird ein Hardcover mit Lesebändchen werden, dass auf satte 372 Seiten kommt.

Herausgeber sind, wie schon bei „Der Grüne Planet“ Hans Jürgen Kugler und René Moreau.

Hier schon mal das Cover:

 

In meiner Story „Einsichten“ treffen zwei Mädchen aus sehr unterschiedlichen Schichten aufeinander.

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