ml-universe

16. Juni 2022

Aura von Bernhard Kempen

Aura – Bernhard Kempen
Andro SF 150
p. machinery, Winnert, März 2022, 164 Seiten Softcover
ISBN 978 3 95765 2768

Adrian Ginjeet, der Starreporter von der Erde, mochte zum Heimatplaneten zurückkehren und Arkadia, dem Planeten der Nackten den Rücken kehren, doch die Reise kann nicht stattfinden, weil auf Arkadia eine seltsame Seuche ausgebrochen ist und man den ganzen Planeten unter Quarantäne stellt.
Menschen mit Verletzungen finden diese plötzlich von Moos befallen, aber dagegen ist schnell ein Gegenmittel gefunden. Anders sieht es bei den Bauwerken aus, die ebenfalls unter Pflanzenbefall leiden. Es kommt der Verdacht auf, der Planet könnte sich mit großer Verzögerung gegen seine Kolonisten aufbäumen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Sporen, die sowohl Menschen als auch Bauwerke befallen, werden von den Moosbäumen abgesondert, die sich bislang völlig unauffällig verhalten haben.
Mit Greedys Hilfe geht Adrian dem Phänomen auf die Spur und kann sich über einen außergewöhnlichen Erstkontakt freuen.
Wie bei den beiden vorhergehenden Bänden nutzt der Autor jede sich bietende Gelegenheit, um seine Protagonisten Sex haben zu lassen. Für mich kämen die Romane auch gut ohne Sex aus, aber dann würde die Hälfte des Inhaltes wegfallen und wahrscheinlich wird der Autor inzwischen eine Fangemeinde haben, die völlig anderer Meinung sind.
Neben dem Sex geht es darum, für alles Fremde aufgeschlossen zu sein und ohne Vorbehalte darauf zu zu gehen. Leben und leben lassen. Ob es nun Menschen sind, die lieber nackt sind oder Bäume, die sich bedroht fühlen, spielt dabei keine Rolle.
Für meinen Geschmack gibt es ein paar Ungereimtheiten, wie z. B, dass das Moos, das ja eine feste Verbindung zum Menschen hat, nicht mit ihm kommuniziert, wo der Baum es tut, aber das wird sicher nicht jedem auffallen.
Adrian wird auf jeden Fall immer offener und richtig genervt hat er mich dieses Mal auch nicht. Vielleicht habe ich mich schon an ihn gewöhnt.

Bernhard Kempen erzählt gewohnt gekonnt und hält sich kurz.
Mein persönlicher Favorit wird er wohl nicht mehr werden, aber es gibt mit Yvonne Tunnat durchaus Personen, die das völlig anders sehen.

https://www.rezensionsnerdista.de/2022/04/28/aura-von-bernhard-kempen/

17. Januar 2021

Rezension: Bernard Kempen, Arkadia

Filed under: Autor,Bücher,Buchbesprechung,Rezensionen — mluniverse @ 15:15
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Bernhard Kempen
Arkadie
p.machinery, August 2020
Taschenbuch 160 Seiten
ISBN: 395 765 2102

Adrian Ginjeet, ein Sensationsreporter von der Erde, kommt auf Arkadia an. Einem Planeten der Nudisten, die sich nicht nur von jeglicher Kleidung, sondern auch von jedem Körperhaar befreit haben.
Weil er sich standhaft weigert, sich den Sitten und Gebräuchen anzupassen, wird er für verklemmt gehalten. Diese Welt wird dem Leser ausführlichst vorgestellt. Es gibt einige witzige Situationen und man erfährt, dass die Bewohner die Möglichkeit haben, sich körpermäßig zu optimieren. So gibt es Wesen mit beiden Geschlechtern.
Meiner Ansicht nach kommt die Tote, die aus einer bloßen Beschreibung so etwas wie einen Krimi macht, zu spät. Es wird ermittelt und unser Reporter ist der Verdächtige Nummer 1, weil er kein Alibi hat und fremd auf Arkadia ist. Aber es gibt auch noch ein paar weitere Kandidaten. Die rechte Spannung will bei den Ermittlungen allerdings nicht aufkommen.

Was mich extrem gestört hat, ist die Verharmlosung der Pädophilie. Hier wird ein Pädophiler auf Schüler losgelassen und fügt sich in die Gemeinschaft, indem er sich zusammenreißt. Hier hätte ein wenig Recherche gutgetan.

Gut fand ich, dass der Reporter sich von all den Menschen nicht beirren ließ und sich seiner Kleidung nicht entledigte.
Der Text ist routiniert geschrieben und richtig langweilig wurde mir beim Lesen auch nicht. Einen weiteren Roman, der auf Arkadia spielt, würde ich wahrscheinlich nicht mehr lesen wollen. Es wird angedeutet, dass dieser Roman der Auftakt zu einer Serie sein könnte, aber es könnte durchaus sein, dass es unseren Reporter im nächsten Buch auf eine andere Welt verschlägt. Der Held ist im Übrigen ein sympathischer Typ mit Fehlern und Macken.
Wenn der Sexanteil ein wenig heruntergeschraubt wird, könnte ich mir vorstellen, Herrn Ginjeet bei weiteren Abenteuern erneut über die Schulter zu schauen.

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