ml-universe

26. März 2016

Staubergs Geschichten von Peter Kiefer

Filed under: Buchbesprechung — mluniverse @ 17:08

Autor: Peter Kiefer

Titel: Stausbergs Geschichten

Taschenbuch: 136 Seiten

Verlag: p.machinery Michael Haitel; Auflage: 1 (28. Januar 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3957650569

ISBN-13: 978-3957650566

Preis E-book: 4,49 €

Preis Taschenbuch: 8,90 €

Peter Kiefer präsentiert uns eine Sammlung von Kurzgeschichten, auf die ich hier im Einzelnen nur kurz eingehe:

Frau Spatz

Ein junger Künstler verliebt sich in Frau Spatz, die in seinem Stammcafé bedient, doch sie scheint unnahbar zu sein. Er traut sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen, macht stattdessen lieber aus den Croissants, die er bei ihr kauft, kleine Kunstwerke, wie zum Beispiel Krabben. Als er endlich wagt, sie anzusprechen, verschwindet sie kurz darauf.

Er widmet sich seiner Kunst und macht Karriere. In einem Interview erwähnt er Frau Spatz. Der Journalist macht sie daraufhin ausfindig. Es kommt zu einem Treffen.

Heidelbeerkönigin

Elisa wird zur Heidelbeerkönigin gekürt. Wenzel gefällt die Frau so gut, dass er nach dem Fest nach ihr sucht und sie auch ausfindig macht. Sie macht ihn mit der weißen Heidelbeere bekannt, die danach scheinbar weltweit ihren Siegeszug antritt.

Zwischenwelt

Eine Frau wird für Studienzwecke zum Mann geschminkt und gekleidet und dann in ein Fußballstadion geschickt. Eine ganz neue Erfahrung für sie. Am Ende des Experimentes muss sie die Frage beantworten, ob Fußball einem sexuellen Code folgt.

Stern 89 oder vor dem Spiel ist nach der Torte

Dank der Ungeschicklichkeit einer Serviererin lernt Meerwarth eine Frau kennen, mit der er sich über Hockey und Rugby austauscht.

Eiszeit

Ein Mann und eine Frau in der Warteschlange am Flughafenterminal. Er erzählt vom irischen Immobilienmarkt, der Pinguinära und sonstigen Ereignissen.

Stausbergs Geschichten

Ein Autor von Heftchenromanen oder hard boiled Detektivgeschichten berichtet aus der Kommunalpolitik und zieht immer wieder

Parallelen zu seinen Romanen.

Eingriff

Es geht um einen Unterhosenkauf.

Heißluftpudding oder wie das Vergessen die Erinnerung weckt

Ein Mann kommt mit einem neu erworbenen Fernsehgerät nach Hause, nimmt das Gerät mit in den Keller und ward nicht wieder gesehen …

Kleine Fluchten

Wir lernen Alberta kennen und ihre Männerbekanntschaften. Werden Zeuge, wie sie Zander kennenlernt und sich die zuerst

vielversprechende Beziehung auseinander entwickelt.

Frauentag

Ein Mann sitzt beim Zahnarzt und gibt sich seinen Fantasien über die Sprechstundenhilfe, eine junge Inderin, hin. Danach macht er einen Termin bei seiner HNO-Ärztin und kommt zu einer verblüffenden Schlussfolgerung.
Ich habe die Geschichten nur kurz angerissen, um nicht zu viel zu verraten.

Humorvolle Geschichten zu verfassen, ist nicht einfach, denn der Humor muss den Leser erreichen. Es gibt ›Haudraufcomedians‹ die nicht mein Fall sind, deren Witz wird in aller Regel von jedem verstanden. Das ist hier nicht der Fall. Peter Kiefer scheint einen ganz eigenen Sinn für Humor zu haben, der sicher sein Publikum findet. Bei mir kam er nicht an. Dieser Autor verwendet scheinbar grundsätzlich keine Anführungszeichen, die mir dann auch fehlten. Dabei ist es nicht so, dass der Leser nicht wüsste, wann der Autor seine Protagonisten sprechen ließe, aber mir persönlich erleichtern sie das Lesen.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass der Autor in seinen Geschichten den Alltag verarbeitet. So hatte ich zum Beispiel bei ›Eiszeit‹ das Gefühl, der Autor sei im vergangenen Lufthansa Streikjahr viel auf Flughäfen gewesen und habe sich in den langen Warteschlangen zu dieser Geschichte inspirieren lassen.

Und bei ›Eingriff‹ hatte ich einen älteren Herren vor Augen, der mit der Produktvielfalt regelrecht überfordert ist.

›Heißluftpudding …‹ kam bei mir als Kritik auf übermäßigen TV Konsum an.

Als ich dann bei ›Stausbergs Geschichten‹ endlich dachte, hier käme eine Geschichte mit Handlung, war es leider nur der Heftchenromanautor, der mich kurzzeitig fesselte.

Es gibt Geschichten, die man öfter lesen muss, damit man hinter den Sinn kommt, aber auch zu dieser Gattung scheint dieser Band nicht zu gehören.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass Herr Kiefer und ich schlicht einen unterschiedlichen Sinn für Humor haben.

Der Fairness halber muss ich allerdings auch sagen, dass der Autor sein Handwerk versteht, sogar so gut, dass man ihm den Heftchenromanautoren ohne Weiteres abkauft, obwohl er vom restlichen Stil sehr abweicht.

Ich gebe diesem Band zwei von fünf Punkten.

Hier noch das Cover:

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