ml-universe

20. August 2013

Mehr als ein historischer Roman

Filed under: Rezensionen — mluniverse @ 17:16
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Die Reise der Sündenheilerin von Melanie Metzenthin

Taschenbuch, Piper, Historischer Roman,
ISBN: 978-3-492-30070-4
Preis: 9,99 €
495 Seiten

Lena begleitete Philip und Said auf der Reise nach Ägypten. In Hamburg schließt Thea sich ihnen an. Sie hat Philip den Verrat an sich und ihrem Vater noch nicht vergeben und sinnt auf Rache. Auf dem Meer lauern Piraten. Dennoch erreicht der Trupp um Philip das Ziel Alexandria unbeschadet. Bei Philips Großvater, Michael, dem Pferdezüchter, erfahren sie, dass dieser Drohungen von einem gewissen Schakal erhält, seit bekannt wurde, dass Philip zurückkehren wird. Ein tot geglaubter Feind Philips, Khalil, trieb einst unter diesem Namen sein Unheil. Thea sucht und findet den Schakal und verbündet sich mit ihm.
Dann entwickeln sich die Dinge anders als geplant und das Geheimnis der verborgenen Stadt gelangt in Khalils Hände. Die Gruppe um Philip macht sich auf die Suche nach Djeseru-Sutech, der alten verborgenen Stadt, in der nicht nur unermessliche Reichtümer, sondern das gesamte Wissen der Menschheit, verborgen liegen sollen. Ob dieser Ort ein Mythos ist, oder tatsächlich existiert, will ich nicht vorwegnehmen. Dieser Roman erzählt die Geschichte viel spannender als, ich es in einer kurzen Zusammenfassung könnte.

Für mich ist dieses Buch nicht nur ein historischer Roman, sondern ein kleines Stück Völkerverständigung. In Zeiten, in denen die Fronten verhärtet scheinen, Anhänger verschiedener Religionen unfähig sind, aufeinander zu zu gehen, legt Melanie Metzenthin ein eindringliches Plädoyer für gegenseitiges Verständnis ab. »Nicht die Bekenntnisse zählen, sondern die Taten«, lässt sie Ihre Protagonisten mehrfach sagen. Dies ist ganz und gar atypisch für historische Romane, die sich überwiegend mit dem katholischen Glauben beschäftigen. Bei Melanie Metzenthin kommen Christen, Heiden, Juden und Muslime vor. Ihr gelingt es, alle Religionen gleichberechtigt nebeneinanderstehen, ja, sie wagt es sogar die Glaubensrichtungen sich untereinander vermischen zu lassen. Und das schätze ich. Wenn sich diese Einstellung verbreiten würde, wäre die Welt besser dran.

Die Autorin beschreitet nicht nur hinsichtlich der ‚Religionsfreiheit‘ neue Wege, sondern sie vermischt gekonnt den historischen Roman mit fantastischen Elementen, die sonst eher selten in dieser Gattung vorkommen. Sie entführt uns in ferne Welten mit ihren seltsamen Sitten und Gebräuchen und nicht einmal entsteht der Eindruck des Unwirklichen. Vielmehr sehen wir uns in eine märchenhafte, zaubervolle Welt katapultiert, in der sich jeder Fremdling schnell heimisch fühlt, mach einer sie gar der Realität vorzieht.

Melanie Metzenthins Gestalten leben, fühlen, lieben und hassen überzeugend. Es gibt keine Figur, deren Handlungen wir nicht nachvollziehen können. – Bis auf einen Schurken, der sich zum Ende hin nicht einfach aus dem Staub macht. Dies ist nur mein subjektives Empfinden. Aber selbst das verüble ich der Autorin nicht; nur so konnte er das verdiente Ende erleben. Absolut lesenswert, spannend und knisternd bekommt dieser Roman von mir die Höchstwertung.

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