ml-universe

23. Januar 2013

Melanie Metzenthin – Schicksalstürme

Filed under: Rezensionen — mluniverse @ 17:53

Melanie Metzenthin – Schicksalsstürme

Das Soft-Cover ist typisch für historische Romane: Eine junge, hübsche Frau blickt verträumt ins Kerzenlicht. Im Hintergrund sieht man, für meinen Geschmack nicht deutlich genug, ein Segelschiff. Sowohl der Name der Autorin als auch der Titel sind in Prägeschrift gestaltet, was mir immer gut gefällt, da es einen Hauch von Kostbarkeit signalisiert.

Es herrscht Krieg zwischen Dänemark und Deutschland. Nach einem Unwetter werden Leichname in Heiligenhafen an Land gespült. Nur ein Mann hat das Unglück überlebt. Eine Wunde ziert seine Brust, die von einem Schwert oder Messer herzurühren scheint. Der lange Aufenthalt im Wasser hat ihn vollkommen ausgekühlt. Man bringt den Mann zu Jungfer Brida, weil sie über gewisse Heilkünste verfügt. Ihr Vater, Kapitän Dührsen, der nicht mehr zur See fährt, teilt mit ihr das Haus, nahe dem Hafen. Die ersten Worte, die der Fremde von sich gibt, sind Dänisch. Sofort kommen Gerüchte auf, der Fremde könne ein dänischer Spion sein. Zu allem Überdruss kann er selber die Frage seiner Herkunft nicht beantworten, weil er sein Gedächtnis verloren hat.

Als er zu Kräften kommt, stellen Brida und ihr Vater fest, dass sein Deutsch ebenso sicher wie sein Dänisch ist. Weil der erste Name, der über seine Lippen kommt, Erik ist, wird er fortan so genannt. Mit einem freundlichen Wesen, gepflegten Umgangsformen und einem sehr guten Aussehen, nimmt er die Menschen um sich herum für sich ein.

Ein Stadtrat Heiligenhafens bietet seine Hilfe an, um herauszufinden, wer der Fremdling ist. Nicht alle sind Erik wohlgesonnen. Einen Mordanschlag kann Erik durch seine außerordentliche Geschicklichkeit vereiteln. Kaum hat sich herumgesprochen, wie geschickt Erik mit Waffen umgehen kann, machen neue Gerüchte die Runde und er wird in Gewahrsam genommen. Es folgt eine spannende Geschichte, in der Seeräuber ebenso eine Rolle spielen wie Schmuggler und lüsterne Pfaffen. Bis zum Ende müssen Brida und Erik allerhand Abenteuer bestehen.

Melanie Metzenthin schaffte es, dass ich in meinen Kopf den norddeutschen Klang hörte, obwohl sie äußerst sparsam mit dialektal eingefärbten Stellen umgeht.

Die Helden sind nicht zu heldenhaft, haben auch ihre schwachen Seiten. Wie ein angesehener Mann zum Schuft wird, dürfen wir miterleben. Und selbst die bösen Seeräuber bieten ihre Hilfe an. Schwarz-Weiß Klischees sucht man bei Melanie Metzenthin vergebens. Den meisten bösen Buben bekommen ihre gerechte Strafe. Nur der Pfaffe kommt mir persönlich zu gut weg.

Man merkt, dass die Autorin dem Meer eine große Liebe entgegenbringt. Die schreienden Möwen sorgen ebenso wie der Salzgeruch dafür, dass man an manchen Stellen glaubt, das Wasser rauschen zu hören. Nie kommt Langeweile auf und auch das Happy End ist für meinen Geschmack nicht zu süß.

Als Freund von Kriminalromanen bin ich nicht der Stammleser von historischen Romanen, aber wenn ich einen zur Hand nehme, dann soll er mich bitte so gut unterhalten wie dieses Buch.

Als absolut lesenswert bekommt es von mir die Höchstwertung.

ISBN: 9.783492.274166

Seiten: 409

Preis: 9,99 €

Verlag: Piper

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