ml-universe

25. August 2012

Ein neuer Geheimbund?

Filed under: writing — mluniverse @ 18:14

Inspiriert von einem lieben Kollegen, danke Philipp, möchte ich hier die Geschichtenweber vorstellen:

Es ist mir gelungen, mich in einen Geheimbund, der sich Geschichtenweber nennt, einzuschmuggeln, quasi als Undercoveragent. Ich werde sie im folgenden kurz Weber nennen. Lassen sie mich heute von deren seltsamen Gebaren berichten:

Sie treffen sich immer und überall, denn sie können sich in körperlose Wesen verwandeln. Um dies zu tun, benutzen Sie ein Medium, das in der modernen Welt weit verbreitet ist. Das Internet. An jedem ersten Mittwoch im Monat halten sie geheime Treffen ab und nennen diese Chat. Leider ist es mir bislang noch nicht gelungen an einem dieser Treffen teilzunehmen. Dafür ist spezielle Technik erforderlich, die mir noch nicht zur Verfügung stehen, aber ich arbeite daran.

Sie spielen, indem sie sich gemeinsam, ja im Teamwork, eine Sci-Fi-Story ausdenken, in der es pupsende Insektoiden gibt. (Wie krank ist das denn?) Wenn einer, der ihren Geburtstag hat, wird dies mit einem Staraufgebot von Smileys zelebriert. Sie prosten sich zu, überreichen Kuchen, setzten blinkende "Happy Birthday" Schriftzüge ein, und manchmal wackelt einer mit einem nackten grünen A… ehm Popo. Aber sie widmen sich nicht nur dem Vergnügen, sondern basteln auch gerne. Den Bereich im Forum heißen sie Projekte! Dabei ist alles, was dabei herauskommt, BÜCHER. Diese nennen sie dann Anthologie. Mal widmen sie die einem Verleger und behaupten, sie meinten es Ernst, dann wieder werden Flüsse verflucht, Dampf verpunkt, oder mit Mordlust ermittelt! (Die müssen echt bekloppt sein.) Sie machen auch Fingerübungen. Dort herrscht eine Hexe, die nicht einmal ansatzweise versucht, das geheim zu halten und sich frech einfach Hexy nennt. Die stellt Aufgaben und achtet darauf, dass ihre Schüler alles richtig machen. Sie lässt ihre Klasse dann mal dichten, oder Reden verfassen. Die letzte musste zu Ehren des Regenwurms gehalten werden. (Nein, ich sag jetzt nichts dazu!Erstauntes Smiley)

Dann gibt es noch geheime Regionen: Folterkammern! Ja, gleich mehrere. Eine, um Senf einzusammeln, eine um zu spinnen, (Logisch, irgendwoher muss die ganze Wolle ja auch kommen.) eine in der korrigiert wird und in einer suchen sie schon seit Jahren einen Henker. Der Job scheint nicht gut bezahlt zu werden, denn es hat sich immer noch keiner gefunden.

Im öffentlichen Bereich gibt es ein Café, dort treffen sie sich, um über allen möglichen Mist zu quatschen. Das tun sie echt gerne.

Mitmischen darf nur, wer sich öffentlich vorstellt. (Von Schüchternheit haben die wohl noch nie gehört.)

Sie brauchen, um ihr Handwerk ausüben zu können, Siegellack, Tinte und einen Federkiel. Altmodisches Pack halt. (Und ich dachte, heute spricht man nur noch mit seinem Computer und der übernimmt die Arbeit.)

In einem anderen Bereich, fordern sie sich gegenseitig auf, schamlos für sich selbst zu werben! Ja, schamlos sind die wirklich, denn sie machen regen Gebrauch davon. Immer, wenn ein Text eines Mitglieds veröffentlicht wird, stellen sie sich in die Runde und posaunen es aus, wie die Marktschreier. Aber was dann folgt, ist fast noch ekliger. Gruppenkuscheln! Igitt! Die hauen sich gegenseitig auf die Schulter, manche machen sogar Kniefälle, applaudieren sich und rufen laut "Bravo". 

Ihre Buschtrommeln funktionieren einwandfrei. Sobald ein Weber auch nur ansatzweise eine Ausschreibung wachsen hört, haut er solange auf die Trommeln, bis alle anderen auch Bescheid wissen.

Einige Male im Jahr treffen sie sich auch leibhaftig. In großen Räumen, mit vielen Tischen. Darauf liegen, ja man kann es sich schon fast denken: Bücher. Aber damit nicht genug. Sie fallen in diese Zimmer ein, wie die Fliegen sich auf dem Haufen sammeln. Das Begrüßungsritual beinhaltet fast immer eine innige Umarmung, ein Küsschen hier, ein Küsschen da, und strahlende Augen. Immer wieder unterbrechen sie diese Zeremonie, um sich zu versammeln. In anderen Sälen sitzen dann einige von Ihnen und lesen den anderen Bruchstücke aus ihren Büchern vor. Warum sie das machen, habe ich noch nicht ergründen können. Denn jeder von ihnen ist durchaus in der Lage selber zu lesen. Es kann auch nicht dazu dienen, die Stimme zu erproben, denn sie schnattern ja ununterbrochen. Als wäre all das nicht schon genug, ziehen sie danach zu Heerscharen in Kneipen, Essen und Trinken gemeinsam und schnattern weiter, als gäbe es kein Morgen.

Pst, da kommt einer um die Ecke. Nicht verraten, dass ich hier einfach alles preisgebe, ja?

 

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