ml-universe

25. März 2010

Max Motte fliegt wieder

Filed under: Fantasy,Kurzgeschichten,shortstories — mluniverse @ 09:35

Hallo alle zusammen,

Leute, wie die Zeit vergeht. Schon wieder ewig her, dass ich euch Neuigkeiten vermeldet habe. Mein kleiner Freund Max Motte, der es im letzten Jahr nicht in die Nachtfalter Anthologie des Anthologieforums geschafft hat, wird nun ca. Anfang 2011 im Autumnus Verlag in der Zeitschrift “Kleine Geschwister” erscheinen. Näheres könnt ihr hier erfahren http://www.autumnus-verlag.de

Im letzten Jahr hatte ich ihn dort schon einmal eingereicht. Allerdings hatte der Verlag so viele Einsendungen bekommen, dass sie mehr als genug hatten. Um so mehr freue ich mich, dass er nun doch noch genommen wurde.

Ich hatte damals ein nettes Gespräch mit ihm, als es darum ging, ob er in die Anthologie wollte oder nicht. Dies stelle ich euch mal ein, damit ihr meinen kleinen Freund besser kennenlernt.

Die Entscheidung

Gestern Abend kam Max Motte vorbei geflogen und ich nutze die Gelegenheit ein Gespräch mit ihm zu führen.

“Hallo Max, mein kleiner Motterich wie geht es dir?”, fragte ich ihn.
“Danke gut, und Dir?”, wollte er wissen.
“Auch gut. Hast du einen Moment Zeit für mich? Ich würde gerne etwas Wichtiges mit dir besprechen.”
“Klar doch, ich habe sowieso gerade nichts anderes vor.”
“Schön. Bist du bitte so lieb und liest den Text auf dem Bildschirm kurz durch. Ich möchte, dass du siehst wie meine Freunde auf der Insel auf deine Geschichte reagiert haben.” Während ich sprach spürte ich, dass die kleine Motte immer neugieriger wurde. Er konnte es kaum abwarten bis ich fertig gesprochen hatte. Sobald ich zu sprechen aufhörte, drehte er sich um und flog die Zeilen entlang. Ich hatte den Eindruck er würde größer, immer aufgeregter flatterten seine Flügelchen. Zwischendurch blickte er mich immer wieder strahlend an. Als er alle Texte studiert hatte, setze er sich oben auf die Kante meines Bildschirmes, holt tief Luft und sagte: “Die scheinen mich ja wirklich zu mögen.”
“Ja, warum denn auch nicht? Du bist doch ein nettes kleines Kerlchen.”
“Na ja, ich hätte nicht vermutet, dass die Geschichte so gut ankommt.”
“Deswegen müssen wir zwei uns kurz darüber unterhalten.”
“Meinst du echt, ich könnte in einem Kinderbuch auch gut aufgehoben sein?”
“Aber ja doch, dafür hatte ich die Geschichte ja aufgehoben. Wenn wir beide Glück haben, könnten die Geschichten so gut ankommen, dass du ein kleiner Star wirst. In diesem Buch würde ich mich mit allen möglichen Tieren beschäftigen, die bei den Menschen nicht so beliebt sind, wie Ratten, Wespen und andere. Ich würde versuchen sie den Menschen so gut vorzustellen, dass sie ihre Meinung revidieren. Vielleicht kommt jemand auf die Idee und macht eine Comicfigur aus dir. Wenn solche Figuren hübsch gezeichnet sind, kommt meist eine pfiffige Person auf die Idee, ein Plüschtier zu kreieren. Und dann könnte noch ein Film über dich gemacht werden. Du weißt schon, so einer wie dieser Walle, den wir uns zusammen angesehen haben. Du wärst  bei allen Kindern auf der Welt bekannt. Und Max, sie würden dich lieben.” Sein Blick war richtig verträumt geworden während ich sprach. Er sah sich, glaube ich zumindest, schon über den roten Teppich schweben.

Ich ließ ihm ein wenig Zeit darüber nachzudenken. Dabei wollte ich ihm keine Flausen in den Kopf setzen, ihm aber auch nicht vorenthalten, was er vielleicht verspielte, wenn er sich anders entschied.

Ein kleiner Ruck ging durch den winzigen Körper. Er kniff die Augen zusammen und fragte: “Und wo ist der Haken?”
“Du kannst eine Geschichte nicht beliebig oft erzählen. Wenn wir sie in der Anthologie sehen möchten, kann sie nicht mehr in das Kinderbuch.”
“Oh?”
“Ja, das ist leider so.”
“Ich soll mich also entscheiden, ob ich die Geschichte dort stehen lassen möchte?”
“Ja, es ist deine Geschichte und ich kann nicht alleine darüber bestimmen.”
“Und wann würdest du dieses Kinderbuch schreiben?”
“Das weiß ich nicht, mein Kleiner. Ich habe einige andere Dinge begonnen, die ich erst zu Ende bringen möchte.”
“Du brauchst es nur ungefähr zu sagen.”
“Würde ich gerne, aber ich möchte dich nicht anlügen, das verstehst du doch, oder?”
“Ja, aber das heißt, ich müsste wieder zurück auf diese staubigen Papierseiten und warten bis du so weit bist, oder?”
“Ich fürchte ja.”
“Da habe ich doch die letzten zwei Jahre schon verbracht …”

Wieder saß er reglos in seine Gedanken verloren dort auf meinem Bildschirm. Seine Äuglein bekamen einen feuchten Schimmer. Dann schien er einen Entschluss gefasst zu haben.

“Ich möchte nicht wieder zurück auf das Papier. Es ist so schön zu leben, weißt du. Ich fliege gerne umher und genieße es, wie sich die Luft unter meinen Flügeln anfühlt. Ich möchte nicht undankbar erscheinen. Ganz im Gegenteil. Es ist wirklich ganz toll, dass du meine Geschichte erzählt hast, aber ich kann nicht noch einmal so lange warten. Außerdem habe ich da ein ganz süßes Mottenmädchen kennen gelernt, die kann ich nicht einfach so wieder vergessen.”
“Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen. Wenn ich deine Meinung nicht wissen wollte, hätte ich dich nicht gefragt. Es ist alleine deine Entscheidung. Ich wollte dir nur nicht vorenthalten, was dir vielleicht entgeht.”
“Ich gebe zu, dass dieser Ruhm mich im ersten Moment fasziniert hat, aber jetzt weiß, ich dass es mir viel wichtiger ist, mein Mädchen wieder zu sehen.”
“Gut Max, dann haben wir das ja geklärt. Schön.”

Zum dritten Mal schien er ernsthaft über etwas nach zu denken.

“Wenn du diese Buch schreiben willst, dann rufe mich einfach. Es gibt noch so viele Geschichten aus meinem Leben, die ich dir erzählen kann. Vielleicht nehmen wir eine von denen?”
“Du bist ein Schatz, mein Kleiner. Wenn du nicht so winzig und zerbrechlich wärst, würde ich dich jetzt gerne drücken.”
“Du bist auch ganz lieb. So, jetzt muss ich aber wieder weiter. Also bis dann. Tschüß.”
“Tschüß Max. Mach es gut.”

Ich werde ihn rufen, wenn ich so weit bin und ich glaube, wo er sich auch herumtreiben mag, er wird mich hören.

Meine Kollegen im Anthologieforum haben ihn nicht aufgenommen. Obwohl sie mir nie verraten haben warum, bin ich mir sicher, dass sie ihm lediglich den Weg in die Kinderherzen nicht verbauen wollten. Dafür sage ich Danke.

Liebe Grüße

Marianne

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